Monschau - Altstadt ist kein Trödelmarkt

Altstadt ist kein Trödelmarkt

Von: rpa
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Was sich den Bürgern und Besuchern der Altstadt Monschau so alles in den Weg stellt - räumlich oder optisch - soll künftig über das Ortsstatut eingeschränkt werden. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Die Altstadt ist kein Trödelmarkt.” Bürgermeisterin Magga Ritter mahnt energisch: „Die Altstadt braucht ganz dringend mehr Qualität”, sagte die Bürgermeisterin nun auf einer Versammlung der Altstadt-CDU. Zwei Maßnahmen vor allem sollen kurzfristig helfen, die Altstadt optisch deutlich aufzuwerten. Durch die engen Straßen soll spürbar weniger Verkehr fließen und die Gehwege und Seitenstreifen der Straßen sollen von Werbetafeln und Warenauslagen befreit werden. Kleiderständer zum Beispiel dürfen nicht mehr draußen aufgestellt werden.

Auf der CDU-Versammlung wurde deutlich, dass sich in diesem Jahr in der Altstadt „viel tun” wird, zahlreiche große und kleine Maßnahmen sind geplant. Das wohl größte Projekt ist der Neubau der Schwimmhalle: In der nächsten Woche wird an der alten Schwimmhalle mit den Abrissarbeiten begonnen, im September soll der Rohbau fertig sein. Danach sollen auch die Arbeiten an der Umgehungsstraße beginnen.

Zur Versammlung im Haus Flora konnte Jürgen Weris, Vorsitzender der Altstadt-CDU, nur einen „kleinen Kreis” begrüßen. Die zwölf Mitglieder aber erfuhren so manche Neuigkeit über geplante Aktionen und Projekte in Monschau, über die dann diskutiert wurde. Weris erinnerte in einem Rückblick über Projekte der Stadt in der Altstadt.

So wurde das alte Rathaus am Holzmarkt grundlegend saniert und damit wieder nutzbar gemacht. Im Sommer, so ergänzte Bürgermeisterin Magga Ritter, soll das Haus eröffnet werden. Untergebracht werden dort das Stadtarchiv (240 Quadratmeter Nutzfläche) und das Archiv sowie die „Geschäftsstelle” des Geschichtsvereins Monschauer Land. „Mit der Sanierung des alten Rathauses verschwindet endlich ein jahrelanger Schandfleck aus der Altstadt”, freute sich Jürgen Weris, der auf einen anderen Schandfleck hinwies: die Ruine des abgebrannten Hauses Schumacher in der Laufenstraße. Die Stadt hat das Grundstück erworben und wird es nun als „Grünfläche” herrichten. Der Vorsitzende plädiert dafür, die Baulücke irgendwann wieder zu schließen und nach einem Investor zu suchen; nur mit einer Grünanlage könne er sich auf Dauer nicht anfreunden, sagte Weris.

Die Stadt kann die Baulücke nicht schließen, daran ließ die Bürgermeisterin keinen Zweifel. Zunächst werde das „Grundstück aufgeräumt”, der Abriss der Ruine sei bereits ausgeschrieben worden. Was aber kann mit dem Grundstück geschehen? Vielleicht gelinge es, über einen geplanten Wettbewerb einen Investor zu finden, meinte die Bürgermeisterin.

Heinrich Jansen hingegen ist sicher: Das Grundstück könne als „schöne Ecke” mit Bänken und Blumenkübel hergerichtet werden. „Der Blick auf die Burg ist doch sehr reizvoll”, ist der ehemalige Stadtdirektor überzeugt.

Ein besonders wichtiges Thema für die Altstadt: die Neufassung des Ortsstatuts, das nun mehr Rechtssicherheit hat, wie Jürgen Weris und Bürgermeisterin Magga Ritter betonten. Demnächst werden die Bürger über das neue Ortsstatut und die praktischen Auswirkungen informiert. Mit Hilfe des Ortsstatuts soll das Bild der historischen Altstadt deutlich aufgewertet werden, denn die „Stadt braucht dringend mehr Qualität”, da sei es notwendig, die „Tausende von Werbetafeln und Warenauslagen zu beseitigen”, sagte die Bürgermeisterin, die sicher ist: „Das wird nicht ganz leicht.”

Und: „Es wird unruhig in Monschau”. Ein Einwand kam von der früheren Ratsvertreterin Roswitha Waldeck: „Wenn draußen keine Ständer stehen, dann kommen die Leute auch nicht in den Laden, dann läuft nichts”. Magga Ritter sorgt sich um das historische Stadtbild: „Monschau ist kein Trödelmarkt”, Kleidung gehört nach drinnen, nicht nach draußen.

Ortsvorsteher Georg Kaulen nannte ein positives Beispiel: Die Kaffeerösterei komme ohne Werbetafeln draußen aus, denn der Laden sei drinnen oft voll. Für Jürgen Weris und für die Bürgermeisterin ist dies wichtig: Die Verbote durch das neue Ortsstatut müssen „stärker und konsequenter kontrolliert” werden.

Dies gilt ebenso für ein weiteres Projekt in der Altstadt: Der Verkehr in der Altstadt muss „deutlich reduziert werden”, um den Tourismus aufzuwerten.

Stärker kontrolliert werden soll künftig auch der ruhende Verkehr, so auch das Parkverbot am Marktplatz. Wenn dort „Knöllchen verteilt werden”, so beklagte die Bürgermeisterin, „dann gibt es gleich Ärger”. Ihre Erwartung und Forderung: „Wir brauchen die Rückendeckung der Bevölkerung.”

Dass das Verkehrsleitsystem „leider nicht so funktioniert, wie wir uns dies wünschen”, dies bedauerte Ortsverbandsvorsitzender Jürgen Weris.

Ortsvorsteher Georg Kaulen wies noch darauf hin, dass die Parkgebühren eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt sei. Im vergangenen Jahr haben die Autofahrer in Monschau über die Parkgebühr insgesamt etwa 550.000 Euro bezahlt.
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