Monschau - Alte Karossen, prächtige Kulisse

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Alte Karossen, prächtige Kulisse

Von: Egl
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Prachtvolle Karossen vor beeindruckender Kulisse: Die Rotary Oldtimer Days Monschau 2010 begeisterten am Wochenende in der Foto: H. Egerland

Monschau. Wenn Monschaus Altstadt von Motorenlärm erfüllt ist, in der Luft ein Gestank aus Benzin und Abgasen liegt - man aber überall, wo man nur hinschaut, begeisterte Gesichter erblickt, dann herrscht Ausnahmesituation: Dann ist es die Zeit der „Rotary Oldtimer Days”. Vergangenes Wochenende fand nach 2006 und 2008 die dritte Veranstaltung dieser Art statt und zog wieder Jung und Alt in den Bann.

Der Rotary Club Monschau um Ulrich Hansen hatten wieder ein abwechslungsreiches Programm gestrickt. „Wichtig war uns, dass das Event nicht nur in einer Richtung stattfindet”, meint denn auch Hansen: „Die Zuschauer sollten miteinbezogen werden, die Oldtimer Days sollen in gewisser Weise Volksfestcharakter haben.” Zusätzlich zur großen Oldtimer-Rallye gab es ein spannendes Angebot: Neben den beliebten Taxi-Fahrten in Oldtimern waren unter anderem die Ferrari des Freundeskreises der Fahrzeuge mit dem „Cavallino rampante” aus dem Städtedreieck Aachen-Düsseldorf-Köln „red on tour” eine Augenweide für Fans dieses geradezu mythischen Sportwagens.

Theissen gibt das Startsignal

Mehr noch als die italienischen Edel-Sportwagen wurden jedoch die Fahrzeuge der Oldtimer-Rallye beklatscht, allen voran die ganz alten Modelle wie die Aluminiumkarosse des Amilcar C4 aus dem Jahr 1923 und Ausnahmefahrzeuge wie der Flügeltürer 300 SL von Mercedes aus dem Jahr 1955 - für viele Oldtimer-Fans das schönste Automobil, das je gebaut wurde.

Pünktlich um 9.30 Uhr hatte BMW-Motorsportdirektor und Schirmherr Mario Theissen die Starterfahne zur Oldtimer-Ausfahrt geschwenkt. Zu jedem einzelnen Modell, das die Startlinie passierte, wusste Moderator Josef Krings viel zu erzählen. Mit der richtigen Mischung aus technischen Details und anschaulichen Anekdoten trug der Kerpener mit dazu bei, dass das Publikum auch wirklich verstand, was da an ihm vorbeifuhr.

Glänzender Chrom, satter Motorensound - die eigentliche Sensation dieses Wochenendes hatte nichts davon. Völlig lautlos konnte man mit dem Elektro-Fiat 500 der Motorenentwickler FEV durch die Straßen Monschaus gleiten; das lauteste Geräusch im Innenraum des Prototyps war noch das Ticken des Blinkers. Marcus Kremer von FEV stellte das Auto der Zukunft vor.

Mit einer Reichweite von 70 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern wäre der Kleine - theoretisch - „serienreif”, wären da nicht die hohen Produktionskosten der Batterie.

So waren Vergangenheit und Zukunft auf diesen Oldtimer Days ganz dicht beieinander. Das Publikum war sich sicher: Das Herz gehört den alten Schmuckstücken, die sich mit sattem Brabbeln langsam über das Kopfsteinpflaster schoben; die Vernunft zollte dem Elektro-Fiat Respekt. Aber sie gibt eben immer noch recht selten den Ausschlag beim Autokauf.

Ein absolutes Highlight, ein Augen- und Ohrenschmaus für viele Besucher sind die Motorräder, die ihre Runden um Marktplatz, Aukloster und Eschbachstraße drehen. Thomas von der Bey, der Neffe des ehemaligen Rennfahreridols August Wurring aus Düsseldorf (AWD) stellte nicht nur die einzelnen Fahrer mit ihren Maschinen vor, sondern ließ in seinen Erzählungen auch die Zeit der Monschauer Burgrennen von 1948 bis 1952 wieder aufleben.

Zur Freude aller Besucher hielten sich die Biker dann doch nicht ganz an ihre Ankündigung. Nachdem sie einige Runden gedreht hatten, nahmen sie auch Motorradfans aus dem Publikum auf eine Fahrt mit.

Auf diese Gelegenheit hatte auch Jürgen Thiemann, der Wirt des Rur-Cafs, schon zwei Jahre lang gewartet. In einem BMW/AWD-Gespann fuhr er im Beiwagen die Runde mit. Die schmale Eschbachstraße, so Thiemann, werde dabei zu einem Tunnel: „Wahnsinn, wenn man dann so knapp über den Boden fliegt. Ein unvergleichliches Erlebnis.”

Zwischen den einzelnen Programmpunkten waren Monschaus Rotarier immer wieder aktiv und bemühten sich, auf allerlei einfallsreiche Art und Weise Geld aufzutreiben.

Denn das konnte man bei all dem Entertainment schnell vergessen: Die Oldtimer Days dienen einem guten Zweck. Alle Einnahmen kommen dem „Deutschen Kinderhospizverein” zugute. Er begleitet Kinder, die an unheilbaren Krankheiten leiden, sowie deren Familien.

Und so war es egal, ob man Bier und Bratwurst, Kaffe und Kuchen oder Informationsmaterial zu Oldtimern erwarb - der Gewinn wird dem guten Zweck zugeführt. Die Rotarier verdienen an den Oldtimer Days nichts - und gerade das macht ihnen viel Spaß .
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