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Alte „Blitze” an Fringshaus bald wieder scharf

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Auch in Richtung Roetgen wird auf der B258 bald wieder geblitzt. Die zweite Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an Fringshaus wird wieder in Betrieb genommen. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Aachen/Fringshaus. „Bitte recht freundlich!” Im Verlaufe des kommenden Jahres, sobald die Bauarbeiten an der so genannten kleinen Himmelsleiter zwischen Fringshaus und Roetgen beendet sind und der „Mäusetunnel”, der die Fahrbahn teilt, verschwunden ist, wird es aus der „Blitzkiste” an Fringshaus (Richtung Roetgen) nach jahrelanger Abstinenz wieder blitzen.

Gefühlt in grauer Vorzeit musste die stationäre Überwachungsanlage zunächst von Belgien nach Deutschland versetzt werden, denn ihre Erbauer hatten den Grenzverlauf nicht ganz korrekt nachvollzogen. Deutsche „Blitze” auf belgischem Territorium - das ging nur gar nicht.

Nationale Hemmnisse

Dann mischte sich das Düsseldorfer Innenministerium mit einem Runderlass ein, der konstatierte, dass der Automat zu nah an der Landesgrenze steht, um arbeiten zu dürfen. Mindestens 200 Meter zwischen „Blitze” und dem letzten Schild mit der vorgeschrieben Geschwindigkeit hätten es sein müssen. Im Inland wohlgemerkt, so Hans-Josef Heinen von der Pressestelle der Städteregion.

Die 70er und 50er Schilder standen aber viel näher und dazu noch auf belgischem Staatsgebiet. Das ging nicht. Außerdem waren es belgische Schilder. Das ging überhaupt nicht. Die Idee, deutsche Schilder auf belgischen Boden einzubetonieren, war nicht umzusetzen, ohne gleichzeitig den Versailler Vertrag in Frage zu stellen.

Die Blitze weiter nach hinten, ins Inland, zu setzen, hätte bei der 200-Meter-Distanz dazu geführt, dass sie irgendwo im verkehrstechnischen Niemandsland an der kleinen Himmelsleiter gelandet wäre. Dort hätte es wenig gebracht, Autos mit mehr als 50 km/h zu blitzen, weil da „100” gilt. Zweitens hätte es den sinnvollen Effekt am durchaus neuralgischen Knotenpunkt B258/B399 nicht mehr gegeben.

Der damalige Kreis Aachen zog die Konsequenzen, ließ die „Blitzkiste” ohne Kamera dort stehen und hoffte auf einen Disziplinierungseffekt. Dieser Effekt bei Autofahrern an dieser Stelle ist täglich sichtbar, und nicht nur bei den auswärtigen. Auch einheimische Chauffeure treten in alter Gewohnheit kurz vor der Kurve aufs Bremspedal.

Ab dem nächsten Jahre schont solches Verhalten nicht nur die Gesundheit, sondern auch noch das Portmonee, weil man im Düsseldorfer Innenministerium mittlerweile mit einer überarbeiteten Fassung des Runderlasses auf europäische Erfordernisse reagiert hat. Demnach, so Hans-Josef Heinen von der Pressestelle der Städteregion weiter, müssen die Mindestabstände zur Landesgrenze nicht mehr eingehalten werden.

Müssen sie wohl, sagt Raerens Bürgermeister Hans-Dieter Laschet. Der belgische Verwaltungschef sprach allerdings nicht von 200 Metern, sondern von zehn Metern zur Grenze. Jedoch gelte diese Distanz nur für Gebäude. Aber so ein Starenkasten sei nun einmal kein Gebäude. Also müssen sie doch nicht.

Das heißt für die Städteregion: Spinnweben entfernen, feucht durchwischen, Kamera rein, blitzen und Euros zählen. Sollten die Belgier indes vor lauter Europabegeisterung nach der Devise „freie Fahrt für freie Bürger” die 50er und 70er Schilder abmontieren, muss man wohl nochmal überlegen.
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