Aachen - Alemannia-Präsidium tritt im Paket an oder gar nicht

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Alemannia-Präsidium tritt im Paket an oder gar nicht

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
Günter Reinartz
Keine Mehrheit: Günter Reinartz wird doch nicht Klubchef. Foto: Ratajczak

Aachen. Das Interesse enorm, die Fragen kritisch, Polemik fast außen vor - in einer Versammlung machten sich rund 250 Alemannia-Fans ein Bild von vier der fünf Kandidaten, die am 29. Juni auf der Mitgliederversammlung das Plazet für eine Präsidialperiode erhalten wollen.

Günter Reinartz, Klaus Dieter Wolf, Franz-Wilhelm Hilgers und Michael Leers hatten sich in die Höhle des Löwen gewagt. Dr. Karl-Theo Strepp stellt sich aber in der kommenden Woche der Fan-IG. Es wurde klar, dass die Mitgliederversammlung überaus spannend werden dürfte, denn etliche Knackpunkte sind noch nicht zu Ende diskutiert.

Was passiert, wenn einer der Kandidaten nicht gewählt wird? Die Abstimmung erfolgt einzeln, so dass auch jeder Vertreter individuell antreten könnte. Das ist aber für die Fünfer-Mannschaft offensichtlich ausgeschlossen. Hilgers: „Das wäre ein K.O.-Kriterium.” Wolf: „Wir wollen gemeinsam für die Alemannia da sein.” Leers: „Wir erstellen ein gemeinsames Konzept, das wir nur gemeinsam umsetzen wollen. Aber es ist wie im Sport: Wir setzen uns nicht vor dem Spiel mit einer möglichen Niederlage auseinander.” Reinartz: „Wir treten nur als Team an.” Dann doch kurze Polemik der Fans: Ob dies eine Drohung oder ein Versprechen sei...

Welche Wahlmöglichkeiten gibt es? Kandidaten für das Präsidium sind vom Verwaltungsrat vorgeschlagen oder abgelehnt worden. Es gibt also bei der Jahreshauptversammlung keine Möglichkeit, aus einer denkbaren Gruppe von acht oder mehr Kandidaten fünf für das Präsidium auszuwählen. Die ist Satzung eindeutig. Hier schieden sich die Geister: „Es geht also nicht darum zu wählen, sondern nur darum abzunicken”, so der Vorwurf mehrerer Fans. Standpunkt der Kandidaten: Eine derart verantwortungsvolle Aufgabe lasse sich nur lösen, wenn sich das Präsidium von vornherein gut kenne und vertrauensvoll zusammenarbeite. Zusammengewürfelte Gremien seien zum Scheitern verurteilt.

Horst Heinrichs. Natürlich war der amtierende Präsident ein emotional besetzter Aspekt. Er war offizieller Kandidat der Fan-IG, aber vom Verwaltungsrat abgelehnt worden. Insoweit erntete Reinartz ironisches Gelächter, als er sagte, dass sich weitere Kandidaten hätten melden können. Nicht beantwortet wurde aus gutem Grund die Frage nach den Gründen für die Ablehnung Heinrichs´: Diese seien „konkret”, aber nicht so gravierend, dass sie einer Entlastung bei früheren Mitgliederversammlungen entgegengestanden hätten. Man habe mit Heinrichs verabredet, darüber Stillschweigen zu wahren. Er solle bei der Jahreshauptversammlung einen gebührenden Abschied bekommen.

Was passiert, wenn die Kandidaten keine Mehrheit bekommen? Im ersten Wahlgang brauchen die Kandidaten die absolute Mehrheit, im zweiten reicht die einfache. Erhalten die Kandidaten keine Mehrheit, bleibt Heinrichs kommissarischer Präsident bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die innerhalb von zwei Monaten einberufen werden muss.

Wie sieht das Konzept aus? Hier hat das Kandidatenteam offensichtlich noch ein Paket Arbeit vor sich. Ein konkretes Konzept soll erst der Mitgliederversammlung präsentiert werden. Reinartz sieht eine Aufgabe im engeren Schulterschluss zwischen Verein und GmbH, zu der der Lizenzspielerbetrieb gehört. Eine Handball-Abteilung mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit soll aufgebaut werden, ohne zu existierenden Vereinen Konkurrenz zu machen.

Volleyball. Die Verantwortlichen dieser Abteilung müssen die Aufgabe lösen, bei deutlich reduziertem Etat die 1. Damenmannschaft in der 1. Bundesliga zu etablieren. Hilgers machte klar, dass Geldtransfers zwischen Verein und GmbH steuerrechtlich unmöglich seien. In den vergangenen zwei Jahren sei diese Abteilung mit 350.000 Euro subventioniert worden, ein Verlust im „mittleren fünfstelligen Bereich” sei nur aus Rücklagen aufzufangen gewesen. Diese seien aber aufgebraucht, an Schulden sei nicht zu denken. Reinartz versprach aber, dass der Etat nicht weiter reduziert werde und jeder „frei verfügbare Euro” in den Volleyball fließe.

Satzungsgruppe. Offensichtlich sind viele Fans mit dem bisherigen Modus der Kandidatenauswahl unzufrieden. Keine Seite verweigert sich grundsätzlich dem Gedanken, eine Satzungsgruppe zu installieren, um Änderungen - zum Beispiel bei der Aufstellung für die Vorstandskandidaten - zu erarbeiten. Reinartz warnte aber: „Dann wird es künftig schwer, Interessenten für das Präsidentenamt zu finden.”

Damenfußball. Etabliert werden soll der Damenfußball, ein Arbeitsschwerpunkt von Klaus Dieter Wolf: „Die Damen von Teutonia Weiden sind an uns herangetreten, um in die Alemannia einzutreten. Das finanzielle Risiko ist absolut kalkulierbar.” Dem stünden aber ein zu erwartender Boom im Frauenfußball im Zuge der WM 2011 und 400 neue Mitglieder entgegen.
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