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Aldi-Gegner wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen

Von: Ernst Schneiders
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Lutz Heisterbaum: „Ich bin hier nicht der Oberquerulant.” Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Die Aussagen von Gegnern der Aldi-Ansiedlung an der unteren Bundesstraße in Roetgen sind nicht vom Baum gepflückt.

Vor etwa eineinhalb Jahren ist der Politik offenbar ein gemeinsames Modell von Aldi, Edeka und DM-Drogeriemarkt vorgestellt worden, wie eine Ansiedlung der drei Märkte in einem neuen Gewerbegebiet an der Bundesstraße gegenüber dem bisherigen Gewerbegebiet aussehen könnte.

„Es gibt Bestätigungen von Politikern, dass es da irgendwann einen solchen Plan gegeben hat”, erinnert sich Lutz Heisterbaum, Kopf des Widerstands gegen die Aldi-Ansiedlung rund um die Hof- und Offermannstraße. Warum CDU und Grüne, die sich in dieser Frage immer wieder gerne als Freunde der betroffenen Bürger feiern lassen, diese Vorlage nicht volley verwandelt haben, das „verstehe ich wirklich nicht”, zuckt Heisterbaum mit den Schultern.

Hoffen auf das Gericht

Es ist allerdings nur eine der sich mittlerweile häufenden Ungereimtheiten rund um das Thema Aldi. Nicht zu verstehen ist es für die betroffenen Bürger außerdem, dass dieses Modell sang- und klanglos in den Tiefen des Rathauses abhanden gekommen sein muss.

Heisterbaum: „Da hält irgendwer die Hand drauf!” Denn dass der Rat könnte, wenn er nur wollte, ist auch Heisterbaum & Co, nicht neu, und eine bekannte Aachener Anwaltssozietät wird diese und andere Merkwürdigkeiten wohl demnächst Rat und Verwaltung um die Ohren hauen.

Sollte es so kommen, wie Lutz Heisterbaum und seine Mitstreiter sich das wünschen, dann stoppt das Verwaltungsgericht den Baubeginn oder legt die Baustelle still. Denn für Lutz Heisterbaum steht fest, dass an der unteren Bundesstraße möglichst schnell Fakten geschaffen werden sollen. Nicht zufällig sei dieses Bauvorhaben binnen eines Jahres planerisch und parlamentarisch „durchgepaukt” worden, „so schnell, wie noch nie zuvor ein Bauvorhaben in Roetgen”.

Merkwürdig sei auch, dass vor rund einem Jahr der Vennhof inklusive Aldi-Markt „von allen Fraktionen durchgewunken und beklatscht” worden sei. „Wie aus heiterem Himmel”, nur wenige Wochen später, habe es dann geheißen, SPD und UWG wollten für den Discounter auch den Standort an der unteren Bundesstraße prüfen lassen. Für die Anwohner nahm das Unheil seinen Lauf.

Ein Gutachten der BBE aus dem Jahr 2008 besage bereits, dass das Terrain an der unteren Bundesstraße für großflächigen Einzelhandel nicht geeignet sei. Doch wolle Aldi statt der erlaubten 800 dort 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche, womit der Einzelhandel dann großflächig im Sinne der Vorschrift sei. Lutz Heisterbaum: „Das wird von Rat und Verwaltung einfach so vom Tisch gewischt und interessiert scheinbar niemanden.”

Der Grundstückseigentümer habe ihm seinerzeit sogar gedroht, sollte er nicht Ruhe gebe, dann werde es auf dem Areal zwar keinen Aldi geben, stattdessen aber ein Lager für Euro-Paletten und Altreifen. Heisterbaum: „ Das ist wirklich das Allergrößte!”

Auch der Umgang der Politik mit der Bürgerbefragung ist für ihn „der Gipfel der Unverschämtheit und Ignoranz”. Vor allem von der UWG ist nicht nur Lutz Heisterbaum bitter enttäuscht. Während die Unabhängigen seinerzeit noch „getönt” hätten, eine Gebäudehöhe von mehr als sechs Metern sei mit ihnen nicht zu machen, würden sie jetzt eine Gebäudehöhe von acht Metern kommentarlos schlucken. Mehr noch, die UWG erkläre, dass sie eine Festlegung auf sechs Meter heute nicht mehr so treffen würde.

Während andere Anwohner im Quartier mittlerweile regelrecht verzweifelt seien oder resigniert aufgegeben hätte und versuchten, irgendwie noch etwas für sich herauszuholen, will Lutz Heisterbaum nicht lockerlassen. „Ich bin hier nicht der Oberquerulant, aber ich gebe nicht auf, bevor ich nicht meine Möglichkeiten ausgeschöpft habe!”
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