Monschau - Abfallgebühr steigt kräftig an

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Abfallgebühr steigt kräftig an

Von: hes
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2009 wurde den Monschauer Poli
2009 wurde den Monschauer Politikern das neue Wiegesystem vorgestellt, mittlerweile hat es sich nach Auffassung des Rates bewährt, auch wenn nun zumindest 2012 finanzielle Altlasten des Einführungsjahres auf die Gebühren Foto: Archiv/Schepp

Monschau. Die Bürger in Monschau müssen sich auf deutlich höhere Müllgebühren einstellen. Da im kommenden Gebührenhaushaltsjahr 2012 die Altlasten aus 2009 - insgesamt 104.000 Euro - getilgt werden müssen, musste der Hauptausschuss der Stadt nun einer drastischen Anhebung der Grundgebühr von jetzt 60,36 Euro auf 95,05 Euro für das 60 Liter-Restmüllgefäß im nächsten Jahr zustimmen.

Prozentual gleich, aber in nackten Zahlen noch weitaus heftiger trifft es die Nutzer der 1100 Liter-Container. Wer diesen 14-tägig leeren lässt, bezahlte bisher 911,52 Euro Jahresgebühr und wird 2012 mit 1536,71 Euro zur Kasse gebeten. Immerhin kann gleichzeitig die Zusatzgebühr je Kilogramm Restmüll von 42 auf 27 Cent abgesenkt werden und wird der 60 Liter-Restmüllsack einen Euro billiger (künftig 4,50 Euro).

Bürgermeisterin Margareta Ritter sprach von einer „bewussten Unterdeckung”, die man im Jahr der Umstellung auf das Wiegesystem praktiziert habe und die nun auf die Abfallgebühren 2012 durchschlage. Das werde aber schon im darauffolgenden Jahr nicht mehr der Fall sein und voraussichtlich wieder zu einer Gebührensenkung führen.

CDU-Sprecher Micha Kreitz bewertete die Umstellung auf das Wiegesystem dennoch ingesamt als „positiv, weil sie den Effekt erzielt hat, den wir erzielen wollten, nämlich eine bewusstere Mülltrennung und einen Rückgang der Hausmüllmenge”. Und selbst nach der Erhöhung hielten die Monschauer Gebühren dem Vergleich mit den Nachbarkommunen und in der Region allgemein Stand.

„Müll sparen wird konterkariert”

Das bewusstere Trennen und Einsparen des Mülls werde aber durch eine Anhebung der Grundgebühr konterkariert, monierte Brigitte Olschewski (SPD) und ihr Fraktionssprecher Gregor Mathar meinte, man könne „nicht die Gebühr für Bioabfall und Sperrmüll sozialisieren, also alle bezahlen lassen, und gleichzeitig den Restmüll individualisieren”.

Auf Nachfrage der Bürgermeisterin, wie denn die SPD den Fehlbetrag zu decken gedenke, verwies Mathar auf „Abfallfraktionen, mit denen man heute auch Gewinn erzielen kann, wie Elektroschrott oder Altpapier”.

Werner Krickel sprach von „immensen Kosten” der Grünabfallentsorgung, „aber wenn wir diese individualisieren, sprich Gebühren am Grünabfallcontainer erheben, kommt keiner mehr hin”, mutmaßte der Grünen-Sprecher. Für ihn hat es aber „eine gewisse Logik, dass die Allgemeinheit die Grünabfallsammlung trägt”.

Krickel stimmte dazu, dass der Reiz zum Müllsparen mit der Grundgebühranhebung geringer werde, „aber entlastet wird jetzt auch die größere Familie, belastet Paare und Alleinstehende sowie die 32 Containerkunden, „mit denen man sich unterhalten” müsse.

Das Problemfeld Grünabfall erwähnte auch die Bürgermeisterin, ließ den Hauptausschuss aber wissen, dass man diesbezüglich in ständigem Kontakt mit den Südkreis-Nachbarn stünde, der Entsorgungs-Zweckverband jedoch derzeit noch rigoros auf den Anschluss- und Benutzungszwang poche. Ziel bleibe aber eine eigene Biovergärung im Südkreis, die alleine schon 40 000 Euro Transportkosten für Grünabfall überflüssig machen würde, wie Werner Krickel vorrechnete. Auch ein Wertstoffhof könnte für den Monschauer Gebührenzahler Entlastung bringen.

Die SPD lehnte die neuen Gebühren ab, wird aber bis zur Entscheidung im Rat am 13. Dezember die Problematik noch intern bei einer Klausurtagung und beim heutigen SPD-Stammtisch im „Bodega” öffentlich diskutieren.
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