Aachener Netzwerk ist für Frauenquote in der Wirtschaft

Von: Merle Tilk
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Neuer Vorstand des Frauennetzwerks: Antin Klika (von links), Sibylle Keupen, Gabriele Allmann, Roswitha Damen, die neue Vorsitzende Christiane Feldmann, Elisabeth Gatzemeier, Silke Tamm-Kanj und Ursi Becker. Es fehlen Andrea Hilger und Inga Lichtenberg. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Quote ist in aller Munde. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert sie, Familienministerin Kristina Schröder ist dagegen. Nun hat die Bundeskanzlerin entschieden: Keine Quote, sondern freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft. „Wir sind der Meinung, dass die Frauenquote kommen wird”, prophezeit dagegen Marion Moss vom „Frauennetzwerk Aachen”.

Der Facharbeitskreis „Nürnberger Resolution - mehr Frauen in Führungspositionen” erklärte nun die Notwendigkeit einer Frauenquote von 30 Prozent. Im internationalen Vergleich liege Deutschland, was Frauen in Führungspositionen betrifft, hinter Brasilien und Indien. „Die freiwillige Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft ist gescheitert. Dass die erste Frau Deutschlands nun Nein sagt, betrachten wir als Schlag ins Gesicht”, erklärte der Arbeitskreis und protestiert gegen die neue und alte Regelung. Die Forderung der Quote sei auch kein „feministisches Teufelswerk”.

Es gehe darum, Rollenbilder aufzuweichen und vor allem Vorbilder zu schaffen. Dabei betont der Arbeitskreis, wie wichtig die Öffnung für Frauen auch aus wirtschaftlicher Perspektive sei. Aufgrund des prognostizierten Mangels an qualifizierten Fachkräften werde zukünftig kein Weg an Frauen vorbeiführen. Länder wie Norwegen und Frankreich machen es vor. „Gesetze verändern Gesellschaft”, stellte Marion Moss mit Blick auf die positive Resonanz vieler Väter, die die gesetzlich eingeführte Möglichkeit zur Elternzeit in Anspruch nehmen, fest. „Deshalb fordern wir auch ein Gesetz der Quote!”

Die Nürnberger Resolution wurde 2008 verabschiedet. Mitinitiatorin war die Aachenerin Dr. Martine Herpers. Seit 2009 gibt es einen Arbeitskreis des Frauennetzwerkes, der sich für mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt. Eine Unterschriftenaktion in der Städteregion Aachen brachte bereits 750 Unterschriften von Führungspersonen ein - darunter auch die der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Für den 27. Mai plant der Arbeitskreis einen Sternmarsch in die Norwegische Botschaft nach Berlin.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Mitgliederversammlung der rund 50 Aachener Institutionen war die Wahl des neuen Vorstandes. So löste Christiane Feldmann Roswitha Damen ab, die das Frauennetzwerk seit seinem Bestehen als eingetragener Verein als Vorsitzende geführt hatte und nun Beisitzerin ist.

Neue stellvertretende Vorsitzende wurde - neben Gabriele Allmann - Andrea Hilger. Beisitzerinnen sind weiterhin Sibylle Keupen, Anita Klika, Ursi Becker und Silke Tamm-Kanj. Elisabeth Gatzemeier ist Schriftführerin. Feierlich verabschiedet und nun zweites Ehrenmitglied wurde die langjährige Schatzmeisterin Elisabeth Geusen. Ihr Amt übernimmt nun Inga Lichtenberg.
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