840.000 Euro unter dem Weihnachtsbaum

Von: hes
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Kleine Stücke Papier mit großer Bedeutung für Monschau: Regierungspräsidentin Gisela Walsken (4. v. li.) übergab die Förderbescheide in Höhe von 840 000 Euro an die Stadt Monschau und an die Ortsvorsteher von Imgenbroich und Konzen. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Recht festlich war‘s schon am Montagmorgen in der guten Stube des Monschauer Rathauses: Plätzchen, Schnittchen und Getränke zierten die Tafel, sogar der Sekt ploppte zu dieser Feier. Zur Bescherung aber gab es weder Geschenkpapier noch die wochenlang inflationär aufgetretenen roten Zipfelmützen.

Stattdessen saß das „Christkind“ mit in der gut gelaunten Runde: Zuwendungsbescheide in einer Gesamthöhe von gut 840.000 Euro hatte Regierungspräsidentin Gisela Walsken an diesem Morgen aus Köln mitgebracht und der klammen Stadt gleichsam unter den Weihnachtsbaum gelegt.

Anträge auf den Weg gebracht

Dass man die sonst eher schnöde Übergabe von Fördermitteln heute so inszeniere, solle auch den Dank zum Ausdruck bringen, nämlich an diejenigen in Verwaltung und Politik, die diesen Geldregen nun ermöglicht hätten, konnte Bürgermeisterin Margareta Ritter neben ihren Amtsleitern und den Vertretern der Ratsfraktionen auch die Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling (SPD) und Axel Wirtz (CDU) zum Termin mit der Regierungspräsidentin begrüßen. „Sie bringen die hier im Haus vorbereiteten Anträge auf den politischen Weg“, dankte Ritter den beiden Landtagsabgeordneten, und Stefan Kämmerling gab das Lob zurück: „Die Antragsbegleitung hat Spaß gemacht, da wurde gute Vorarbeit in ihrem motivierten Hause geleistet“, lobte der SPD-Abgeordnete und freute sich, „dass so viel Geld nach Monschau kommt“.

Wie sich dieses Geld aufteilt, dies erläuterte Gisela Walsken selbst, sah sich aber selbst nur als Überbringerin der guten Nachricht, die es nicht gäbe, „wenn der Landtag nicht so beschlossen hätte“.

So fließen gut 383 000 Euro in einem ersten Abschnitt für das Stadterneuerungsprojekt Altstadt, das ein förderfähiges Gesamtvolumen von 3,185 Millionen Euro umfasst. Die Förderung trage dem historischen und besonderen Ensemble der Stadt Rechnung und soll Arbeiten, Wohnen und Tourismus in der Altstadt nützen und verbinden, so Walsken. Konkret sollen als Teilmaßnahmen eine barrierearme Gestaltung des öffentlichen Raumes und auch eine verbesserte Beleuchtung in der Altstadt realisiert werden, soll auch die Erhaltung und Verschönerung von Fassaden und Treppen im privaten Raum unterstützt werden und fließen Mittel in Projektmanagement und Marketing.

Der zweite und größere Bereich der Bewilligung umfasst den Ausbau des Breitbandnetzes. In einem ersten Schritt seien nun Höfen und Kalterherberg mit schnellem Internet ausgestattet – nun sollen rasch Imgenbroich und Konzen folgen, kündigte Gisela Walsken an. 250.000 Euro für Imgenbroich und 207.000 Euro für Konzen bedeuten eine 90-Prozent-Förderung des Anteils der Stadt Monschau, die die sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ des Investors füllen muss. „Das ist wunderbar, damit können wir auch in diesen beiden Orten starten“, freute sich die Bürgermeisterin und hofft, dass Mitte 2015 mit dem Ausbau des Breitbandnetzes begonnen werden könne.

Auch wenn das auf insgesamt sechs Jahre ausgelegte Gesamtpaket im Vertrag von einer Übertragungsgeschwindigkeit von „mindestens 2 Mbit/s“ spricht, erwartet Margareta einen „Quantensprung“ in Sachen schnelles Internet. „Die Erfahrung zeigt, dass wir nach dem Ausbau im Bereich von 25 bis 50 Mbit/s liegen“, wusste Ritter und denkt schon an die weiteren Stadtteile: „Wenn es gelingt, die Summe noch etwas aufzustocken, dann können wir auch Mützenich und Widdau noch mit ins Boot nehmen; die entsprechenden Haushaltsmittel sind jedenfalls beschlossen und die Rahmenbedingungen unsererseits dafür erfüllt“, sagte die Bürgermeisterin, und auch die Regierungspräsidentin deutete an, dass bezüglich der beiden verbleibenden Förderanträge „auf kurz oder lang eine Entscheidung fallen“ werde.

Zusammenspiel der Kräfte

Auch Axel Wirtz, der in Begleitung seines zweijährigen Sohnemanns Max nach Monschau gekommen war, sprach von einem „guten Tag für Monschau“. Dass „heute zwei starke Frauen der Regionalpolitik“ hier größere Geldsummen austauschen könnten, sei dem „Zusammenspiel der politischen Kräfte in unserem Raum zu verdanken“, meinte auch der CDU-Landtagsabgeordnete.

Gregor Mathar, Monschauer SPD-Fraktionschef, sieht mit den Fördergeldern den „bei der Infrastruktur benachteiligten ländlichen Raum ein wenig an die großen Städte angekoppelt“, auch wenn ein Rückstand bleibe. „Dafür haben wir andere schöne Dinge“, meinte er augenzwinkernd. Und Werner Krickel (Grüne) unterstrich, dass heutzutage nicht nur Unternehmen und Bürger schnelles Internet erwarten dürften, sondern auch die Gäste in der Stadt.

Anschließend wurden die Förderbescheide dreigeteilt symbolisch ausgehändigt: die Städtebaufördermittel nahm Björn Schmitz für die Strukturabteilung entgegen, die Breitbandfördermittel die beiden Ortsvorsteher Bernd Neuß (Imgenbroich) und Matthias Steffens (Konzen).

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