61. Erntedankzug in Mützenich: Buntes Treiben im Herbstnebel

Von: ag
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Ernte im Gemüsebeet: Auf einigen der liebevoll gestalteten Motivwagen hatten die Gruppen ganze Gärten, Plantagen, Küchen und vieles mehr aufgebaut. Foto: A. Gabbert
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Mit viel Liebe zum Detail: Auch auf Kleinigkeiten wird bei der Gestaltung von den Teilnehmern des Erntedankzuges großer Wert gelegt. Foto: A. Gabbert
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Neblig und trüb präsentierte sich das Wetter: Trotzdem verfolgten wieder Tausende Zuschauer das bunte Treiben. Foto: A. Gabbert
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Hier wird frisch gekocht: Ein kleines Lagerfeuer hoch oben auf dem Wagen war keine Seltenheit. Foto: A. Gabbert
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Die jüngsten Teilnehmer am Erntedankzug kamen wieder aus dem Mützenicher Kindergarten Foto: A. Gabbert
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Auch die Kinder bringen sich beim Erntedankzug ein. Foto: A. Gabbert
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Ernte im Gemüsebeet: Auf einigen der liebevoll gestalteten Motivwagen hatten die Gruppen ganze Gärten, Plantagen, Küchen und vieles mehr aufgebaut. Foto: A. Gabbert

Mützenich. Bunt und fröhlich haben am Sonntag tausende Besucher den 61. Erntedankzug in Mützenich erlebt. Angeführt wurde er von vier mächtigen Kaltblutpferden, die hintereinander gespannt waren, dahinter folgten knapp 30 liebevoll gestaltete Motivwagen, drei weitere Gruppen mit Pferden und Fußgänger.

Das Trommler- und Pfeiferkorps aus Konzen präsentierte sich auf seinem Wagen in blau und weiß. „Das Münchener Oktoberfest uns Eifeler doch nur schmunzeln lässt. Gegen einen Erntezug wie diesen, verblasst doch glatt die Wies‘n. Und Golddorf, so wie Mützenich, wird München ganz ganz sicher nicht“, war zu lesen. Für musikalische Unterhaltung im Zug und am Wegesrand sorgten außerdem die Musikvereine aus Höfen, Konzen, Steckenborn und Mützenich sowie die Trommler- und Pfeifer aus Mützenich.

Die Jagdgemeinschaft Neu Hattlich hatte in Belgien einen Kirmesbaum geklaut und wurde von den Jagdhornbläsern van Rolduc aus den Niederlanden begleitet.

Ein ganzes Gartenbeet, Ställe mit Kaninchen, einen Schafsbock und eine komplette Küche hatte eine Gruppe von Selbstversorgern dabei. Einen von Enten bevölkerten Garten hatte auch der Erntedankclub, der sein zehnjähriges Bestehen feierte, angelegt. „Pflanzt der Gärtner den Salat, stehen die Enten schon parat“, lautete das Motto. „Früher gab‘s Schabau aus Ginster, heute hat die Eifel Winzer“, verkündeten die Vennwinzer und verteilten ihren Wein an die Zuschauer am Straßenrand. Die jüngsten Teilnehmer kamen wieder aus dem Mützenicher Kindergarten. Zum Arbeiten und Erholen lud der Golddorf Schrebergarten ein, während auf dem nächsten Wagen der Mais gleich zu Popcorn verarbeitet wurde. Wofür die Eifeler Hecken gut sind, erfuhren die Besucher ebenso.

„Nach Obst, Gemüse und Getier, gibt es hier ein kühles Bier“, versprachen die Hopfenbauern. Im Zug wurden auch mehrere Hühnerställe gesichtet. „Die Barone“ hatten die Eier gleich zu Likör verarbeitet.

Bei der nächsten Gruppe drehte sich alles rund um Schnecken. Süßigkeiten, Lakritz und Würstchen wurden natürlich in Schneckenform unters Volk gebracht. Kühe und Milch standen bei einer anderen Gruppe im Vordergrund. Dahinter folgte das „E-Team“, das die Milch gleich zu Butter weiterverarbeitete.

„Bananen wachsen ohne Zweifel, wenn es heiß ist, auch in der Eifel“, wussten die „Schwömmbotze und hatten zum Beweis gleich ihre Plantage mitgebracht. Die Showturngruppe des Turnvereins präsentierte sich mit ihren tierischen Geräten als TV Pommelhorse und verkündete: „Als Golddorf fühlen wir uns geehrt, drum legen wir los auf Bock und Pauschenpferd.“

Die Gebrüder Hoddel und Brassel waren mit ihrem Zaunpfahl-Handel gleich auf zwei Wagen unterwegs und gewährten Einblicke in die Produktion. Weine aus Waldfrüchten gab es zu kosten, bevor die Hanomag-Gruppe, die ebenfalls mit zwei Wagen unterwegs war, Pilze reichte, die auf einem alten Küchenherd frisch zubereitet wurden. Die „Gurkentruppe“ kümmerte sich um den Almabtrieb und die Bäcker wiesen daraufhin, dass es in Mützenich keine Bäckerei mehr gibt und die Brötchen nun selbst gebacken werden müssen.

Dass man einen Mähdrescher komplett aus Stroh bauen kann, bewies die folgende Gruppe. „Ob Paprika, Chili oder Salz unsere Chips füllen jeden Hals“, versprachen die Kartoffelgeister vom Plattevenn. Anschließend konnten die Zuschauer das Farbenspiel des „Indian Summer“ genießen.

„Mit Milchkühen verdient man weniger als Hartz-4, darum stellen wir sie um auf Bier“, stand auf dem Wagen geschrieben, auf dem eine „Bierkuh“ frisch gemolkenen Gerstensaft lieferte.

Vor der „Eintracht Schänke“ an der Kreuzung Schiffenborn/Eupener Straße kommentierte Rolf Müller das bunte Treiben wieder mit viel Humor.

Welche Themen von den Gruppen auf den Wagen präsentiert werden ist nicht nur für die Besucher jedes Jahr eine Überraschung, auch die Organisatoren von der Ortsbauernschaft erfahren das erst am Tag des Umzuges. „Wir machen keinerlei Vorgaben, die einzigen Voraussetzungen für die Teilnahme am Umzug sind, dass das Fahrzeug TÜV hat, und dass der Fahrer über 18 Jahre ist“, erklärte Elmar Victor, Vorsitzender der Ortsbauernschaft. Nach dem Gewinn beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, hatte er mit mehr Motiven zum Thema Gold gerechnet, das hatten sich aber nur wenige Gruppen auf die Fahne geschrieben.

Mit der Resonanz auf das Erntedankfest in Mützenich waren die Ausrichter wieder sehr zufrieden. „Es ist toll, dass so viele Zuschauer auch bei schlechtem Wetter kommen. Das muss man anerkennen“, sagte Vorstandsmitglied Karl Volpatti.

Nach dem Erntedankzug waren alle Beteiligten und Zuschauer zum Ausklang in das Festzelt auf dem Dorfplatz eingeladen.

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