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544 Häuser und Grundstücke verkauft

Von: Jutta Geese
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Begehrt: In Aachen übersteigt
Begehrt: In Aachen übersteigt die Nachfrage nach Baugrundstücken oder Einfamilienhäuser das Angebot. Neue Baugebiete wie dieses an der Kreuzstraße in Haaren werden daher zügig vermarktet. Foto: Ralf Roeger

Würselen/Städteregion. Das Geschäft brummt: Erstmals hat die S-Immo, die Immobilien-Tochter der Sparkasse Aachen, im vergangenen Jahr die 100-Millionen-Euro-Grenze beim Umsatz übersprungen. Gegenüber dem Jahr 2010 erzielte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 18,4 Prozent.

„Da sind wir schon ein wenig stolz drauf”, sagte Geschäftsführer Franz Jansen am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2011 am Firmensitz in Würselen.

Insgesamt 544 Häuser und Baugrundstücke hat die S-Immo im vergangenen Jahr verkauft, das sind 19 mehr (+3,6 Prozent) als im Jahr davor. „Schwerpunkt ist die private Wohnimmobilie”, erläutert Jansen. „Ein- und Zweifamilienhäuser haben bei den Verkaufszahlen einen Anteil von 50 Prozent, Eigentumswohnungen weitere 25 Prozent.”

Der Rest verteilt sich auch Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte. Eine „interessante Entwicklung” sei dabei, dass sogar im ländlichen Raum die Nachfrage von privat anziehe - mangels entsprechender Angebote in Aachen und im „Speckgürtel” um Aachen herum. Um zehn Prozent sei der Umsatz in der Eifel gestiegen, sagt Jansen. „Das war in den vergangenen Jahren anders.”

Bei der Preisentwicklung sind laut Jansen und seinem Kollegen Norbert Laufs vom Sparkassenvorstand zwei Tendenzen erkennbar: Während bei „Bestandsimmobilien” kein genereller Aufschwung zu verzeichnen sei - was sich aber möglicherweise mit der Entwicklung des Campus ändern könne, zögen die Preise für den Neubau von Einfamilienhäusern und die für den Kauf von „Anlageobjekten”, meist Mehrfamilienhäusern, an. Bei den Privathäusern sei dies vor allem auf die erhöhten Anforderungen im Bereich Energetik zurückzuführen, und da sei auch kein Ende in Sicht.

Der Preisanstieg bei den Anlageobjekten aber sei eine Folge der Finanzkrise. Wer Geld habe, wolle es in Sachwerten anlegen. „Wer in Aachen ein Mehrfamilienhaus kaufen möchte, muss gut unterwegs sein, um überhaupt eines zu finden. Und die Preisvorstellungen der Verkäufer liegen deutlich über dem Niveau von vor vier Jahren”, sagt Jansen und konkretisiert: „Um 15 bis 20 Prozent. Aus unserer Sicht ist das teilweise nicht angemessen.”

Neben dem Kerngeschäft, der Vermittlung von Immobilien, spielt laut Jansen die Baulandentwicklung eine immer größere Rolle. So hat die S-Immo zum Teil schon vor einigen Jahren mit einigen Kommunen - Monschau, Simmerath, Herzogenrath, Stolberg und Alsdorf - sowie mit der Städteregion und der kommunalen SEW Würselen Grundstücksentwicklungsgesellschaften gegründet, plant und vermarktet mit diesen gemeinsam neue Baugebiete, kleine ebenso wie große. Denn die Nachfrage sei schon „sehr ausgeprägt”, sagt Jansen, „vor allem in Zentrumsnähe”.

Will heißen: in Aachen oder in unmittelbarer Nachbarschaft mit guter Verkehrsanbindung an das Oberzentrum. „In Würselen arbeiten wir aktuell an einem großen Baugebiet in der Nähe des Medizinischen Zentrums mit 180 Grundstücken für 300 Wohneinheiten. Wir sind aber auch in Alsdorf-Hoengen, sehr erfolgreich, weil es da eine gute Autobahnverbindung gibt.” Die Zusammenarbeit mit den Kommunen bezeichnet Jansen insgesamt als „sehr gut”, und für dieses Jahr sind bereits weitere gemeinsame Projekte fest eingeplant. So wird in Herzogenrath mit dem vierten Bauabschnitt im Raderfeld begonnen, und in Roetgen wird mit Blick auf die zu erwartende Nachfrage aufgrund des RWTH-Campus-Projekts im Zentrum ein Baugebiet mit 35 Grundstücken entwickelt.

Neue Zielgruppen

„Unserer Mutter machen wir damit auch Freude”, meint Jansen angesichts der positiven Bilanz mit Blick auf die Sparkasse Aachen. „Wir sind erfolgreich, hochprofitabel und kerngesund. Und wir steuern zwei Millionen Euro vor Steuern zum Jahresergebnis der Sparkasse bei.” Und damit das so bleibt, nimmt die S-Immo, deren Marktanteil in der Städteregion Jansen mit „zwölf bis 24 Prozent, je nach Zählweise” beziffert, neue Zielgruppen in den Blick: In Würselen etwa werden zehn Senioren-Bungalows mit jeweils 90 bis 100 Quadratmetern Wohnfläche samt Carport gebaut, in die bei Bedarf ohne großen Aufwand ein Zimmer mit Dusche für eine Pflegekraft eingebaut werden kann. „Das ist nicht unbedingt etwas für Otto Normalverbraucher”, weiß Jansen, „aber da wird es eine Klientel geben.”

Interessant sei auch die Gruppe 60 plus: Paare, deren Kinder aus dem Haus sind und die jetzt in zu großen Häusern leben. „Die suchen verstärkt Eigentumswohnungen in guter Lage. Am liebsten mit Blick auf den Aachener Dom...”
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