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321 km und 15000 Höhenmeter: Alpen im Laufschritt überquert

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Konzen/Ruhpolding. In Ruhpolding fiel am 1. September der Startschuss zu einem der härtesten Etappenrennen der Welt, dem Goretex Transalpine-Run. Bei diesem Lauf über die Alpen mussten die Teilnehmer in acht Tagen insgesamt 321 km mit über 15 000 Höhenmeter im Anstieg und 14 500 Höhenmeter im Abstieg bewältigen.

Zudem wurde fast ausschließlich auf schmalen und unwegsamen Pfaden gelaufen. Aus Sicherheitsgründen darf man bei diesem Lauf nur als Zweierteam starten. Und so stellten sich Holger Lapp (Konzen) und Klaus von Brocke (Tegernsee) erneut dieser Herausforderung. Für Holger war es die zweite, für Klaus bereits die dritte Teilnahme an diesem Rennen.

Die Ostroute verlief diesmal von Ruhpolding nach Tirol, ins Ahrntal/Italien bis nach Sexten und war zudem auch noch 50km länger als die Westroute 2011. Alleine die erste Etappe mit fast 50 km und über 1600 Höhenmetern stellte für die Läufer eine extreme Belastung dar und war für das Team von Holger und Klaus zudem auch noch die Feuertaufe: „Ich habe von Holger erst drei Wochen vor dem Start die Anfrage erhalten, ob ich mit ihm laufen würde. Holgers Laufpartner würde nicht starten können, und da er ja nicht alleine starten darf, suchte er einen neuen Partner. Wir kannten uns zwar vom Transalpine-Run 2011, aber waren noch nie zusammen gelaufen. Trotzdem sagte ich prompt zu”, so Klaus von Brocke.

„Ich war froh, mit Klaus so schnell einen neuen und erfahrnen Partner gefunden zu haben, mit dem ich mir auch gut vorstellen konnte, die acht Tage zu verbringen. Man muss sich ja nicht nur voll auf seinen Partner während des Laufens verlassen können, sondern auch sonst gut miteinander auskommen. Schließlich verbringt man die ganze Zeit zusammen, teilt sich teilweise Zimmer und Bad”, erzählt Holger Lapp.„Wir nutzten die erste Etappe dazu, herauszufinden, wo jeder seine Stärken und Schwächen hat und wie unsere beste Vorgehensweise für die restlichen sieben Tage seine würde”, erläutert der Konzener Ultraläufer.

Leider war das Wetter auf den ersten Etappen nicht so gut. Der Regen der vergangenen Tage hatte die Wege aufgeweicht, und die Sicht betrug durch den Nebel zum Teil nur 50 Meter. „Bei solchen Bedingungen muss man extrem aufpassen, dass man nicht stürzt. Zudem ist es sehr schwierig, sich zu motivieren, mit müden Beinen bis zu acht Stunden zu laufen und nichts zu sehen. Dann ist man froh, wenn man nicht alleine läuft”, sagt Lapp.

Besonders motivierend und aufbauend war es für ihn, dass seine Familie samt Freunden extra angereist war, um ihn anzufeuern. „Damit hatte ich nicht gerechnet und war total überrascht”, freute sich Holger. Bereits nach dem ersten Tag hatten die Laufpartner einen Läufer mit Gipsbein gesehen, der auf der ersten Etappe gestürzt war. „Das führte uns nochmal vor Augen, dass es sich hier nicht um einen normalen Geländelauf handelte”, erzählte von Brocke.

Wie man es schafft, innerhalb von wenigen Stunden wieder so fit zu werden, dass man am nächsten Tag wieder einen Marathon laufen kann - und das acht Tage in Folge! -, erklären beide so: „Gutes und reichliches Essen und ausreichend Schlaf sind die Hauptpunkte, um die Speicher aufzufüllen. Zudem noch ein richtiges Dehn- und Stretchingprogramm, damit die Muskeln am nächsten Tag nicht steif sind”, führt Klaus aus.

„Wir haben unsere besten Erfahrungen zur schnellen Regeneration ausgetauscht und uns so optimal ergänzt. Und wenn man abends dann noch ein Bierchen trinkt, dann ist man am nächsten Morgen wieder fit”, ergänzt Holger.

Jeden Tag fielen Teams aus, meistens wegen Muskel-, Sehnen- oder Knieproblemen. Am Ende sollten es fast die Hälfte der Teams nicht ins Ziel schaffen und das heiß begehrte Finisher T-Shirt in Sexten zu bekommen.

Für Lapp und von Brocke aber lief es sehr gut, sie konnten sich jeden Tag in der Platzierung weiter nach vorne kämpfen. Trotz einiger Knieprobleme von Klaus, die sich ab der dritte Etappe einstellten, konnten sie am ende Platz 35 von 87 gestarteten Teams in ihrer Alterskategorie für sich behaupten. „Erst wenn es Probleme gibt, merkt man, ob das Team funktioniert”, berichten beide. So „zog” Holger seinen Partner über die längeren flacheren Streckenteile und Klaus gab bergab das Tempo vor.

Holger Lapp kommt - natürlich - zu einem positiven Fazit dieses sportlichen Erlebnisses: „Gerade die Ausblicke, die wir in den Dolomiten genießen konnten, und der Zieleinlauf von den Dreizinnen runter nach Sexten entschädigten für alle Schmerzen und Entbehrungen.”
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