Roetgen - 26-Jährige mit Verdacht auf Meningitis ins Klinikum eingeliefert

26-Jährige mit Verdacht auf Meningitis ins Klinikum eingeliefert

Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Eine 26-jährige Frau aus Roetgen ist am Donnerstag mit dem Verdacht auf eine Meningokokken-Meningitis oder Meningokokken-Sepsis in die Universitätsklinik Aachen eingeliefert worden. Der Gesundheitszustand der Frau wird von ärztlicher Seite als stabil eingestuft.

Insgesamt 17 engere Kontaktpersonen aus dem Familien- und Freundeskreis wurden vom Gesundheitsamt des Kreises Aachen in der Zwischenzeit ermittelt. Alle wurden vorsorglich mit einer so genannten „Chemoprophylaxe” (Verabreichung von Antibiotika) versorgt.

Im Jahr 2007 gab es neun bestätigte Meningitisfälle im Kreis Aachen, im vergangenen Jahr sieben. In diesem Jahr ist der gemeldete Fall - sollte er sich bei den weiteren Untersuchungen bestätigen - der erste.

Meningokokken-Meningitis ist eine schwere, durch Krankheitserreger, die Meningokokken, verursachte Erkrankung der Gehirnhaut. Eine Meningokokken-Sepsis liegt vor, wenn andere Körperteile befallen sind.

In jedem Lebensalter möglich

Meningokokken siedeln sich bei fünf Prozent bis zehn Prozent der Bevölkerung im Nasen-Rachen-Raum des Menschen an, ohne dass bei den Betroffenen Krankheitszeichen bestehen. Bei einer geringen Anzahl von Personen kommt es bei Übertragung der Bakterien zu einer Erkrankung. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten, meistens jedoch im Alter bis zu fünf Jahren. Warum bestimmte Personen erkranken und andere nicht, ist bislang unbekannt.

Die Krankheit wird ausschließlich von Mensch zu Mensch als Tröpfcheninfektion, das heißt über Sprechen, Niesen, Husten, übertragen. Anstecken kann sich daher nur, wer engen Kontakt zu einer erkrankten Person hatte. Eine Ansteckung über Personen, die lediglich Kontakt zu einem Erkrankten hatten und nicht selber erkrankt sind, ist demnach äußerst unwahrscheinlich. Da die Meningokokken außerhalb des Menschen schnell zugrunde gehen, ist eine Übertragung über Gegenstände oder Flächen, mit denen der Erkrankte Kontakt hatte, ebenso nicht anzunehmen.

Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Beschwerden; nach dieser Phase kommt es plötzlich zu weiteren schweren Krankheitszeichen. Typisch sind unter anderem Kopfschmerzen, hohes Fieber und Nackensteifigkeit. Bei schwerem Verlauf entwickeln sich in kurzer Zeit großfleckige Hautrötungen oder kleine stecknadelkopfgroße Einblutungen in die Haut.

Bei Verdacht auf eine Meningokokken-Meningitis ist schnelles Handeln angesagt. Sofort sollte ein Arzt aufgesucht werden, der bei Bestätigung des Verdachts eine Einweisung in das Krankenhaus veranlasst. Eine Ausbreitung des Krankheitserregers im Körper kann bei nicht rechtzeitiger Behandlung innerhalb von Stunden zum Tode führen.

Enge Kontaktpersonen, z. B. Familienangehörige, Personen in Kindereinrichtungen, werden vom zuständigen Gesundheitsamt ermittelt. Sie erhalten vorbeugend ein wirksames Antibiotikum.

Das Gesundheitsamt des Kreises Aachen weist in diesem Zusammenhang auf eine umfangreiche Broschüre zu Meningokokken-Meningitis hin. Diese kann beim Gesundheitsamt des Kreises Aachen, 02403/860-0, angefordert werden. (pka)
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