Schmidt - 24-Stunden-Job beginnt mit dem Anzünden

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24-Stunden-Job beginnt mit dem Anzünden

Von: ale
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Heiko Wergen (links) und Wolfg
Heiko Wergen (links) und Wolfgang Stollenwerk möchten die Erinnerung an das uralte Köhlerhandwerk wach halten. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Wer einmal richtige deutsche Holzkohle, Eifeler Holzkohle, vor Ort nach alter handwerklicher Tradition hergestellte Holzkohle erwerben will, hat jetzt die Chance dazu: In Schmidt wird ein Kohlenmeiler abgebrannt, und ab Donnerstag kann man die dort entstandene Holzkohle kaufen.

Wolfgang Stollenwerk hat das Handwerk von seinem Vater Franz gelernt, der wiederum hat es von seinem Vater Hermann gelernt. Und nun interessiert sich in vierter Generation Wolfgang Stollenwerks Sohn Heiko (Wergen) dafür, er ist gerade dabei, sich das Wissen und die Fertigkeiten bei seinem Vater abzugucken.

Die Anfrage der Eifelvereins-Ortsgruppe Schmidt, ob man vielleicht anlässlich der 14. Wanderwoche einen Holzkohlenmeiler aufbauen und als Demonstration abbrennen könne, griffen die Stollenwerks auf und sie bekamen schon viel Besuch im Wald „im Zimmel”.

„Mein Vater und mein Großvater haben das Köhlerhandwerk noch als Beruf ausgeübt”, berichtet Wolfgang Stollenwerk.

Die wirklich umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen zum anlegen eines Holzkohlenmeilers beschreibt er folgendermaßen: Zuerst muss man sich Buchenholz verschaffen, das heißt, Buchen fällen, auf Meterlänge bringen, spalten und zu Hause zwei Jahre trocken lagern.

Dann werden die Holzstücke in den Wald zum Meilerplatz gebracht, vorzugsweise zu einem Platz, auf dem bereits früher ein Meiler gestanden hat.

Dies war im Zimmel, unterhalb der Grillhütte des Eifelvereins, der Fall. 35 Raummeter Buchenholz brachten Vater und Sohn hierher. Fachgerecht wird nun ein Kegel aus dem Buchenholz gebaut, das „erste Gesetz” trägt das darüber liegende „zweite Gesetz”.

In der Mitte wird ein Schacht offen gelassen, den die Schmidter Köhler „die Fauch” nennen. Der „Kopf” besteht aus kürzeren Holzstücken, die quer über den Kegel gelegt werden.

Nun wird der Meiler mit einer zehn Zentimeter dicken Laubschicht abgedeckt, zum Schluss kommt Meilererde darauf, alte verbrannte Erde, die man bereits einmal verwendet hat, denn die klebt nicht.

Ordentliches Glimmen

Der 24-Stunden-Job des Köhlers beginnt mit dem Tag des Anzündens: da wird morgens ein kleines Feuer gemacht, damit man Glut erhält.

Ungefähr 5 Kilogramm Holzkohle werden in den mittleren Schacht gefüllt, dann wird mit einem Blecheimer Glut hinein geschüttet, und erneut kommen ungefähr 5 Kilogramm Holzkohle darauf. Vier Zuglöcher müssen in der Außenhaut angebracht werden, damit durch die Sauerstoffzufuhr ein ordentliches Glimmen bestehen bleibt.

Diese Zuglöcher werden täglich versetzt, und der Verkohlungsprozess muss rund um die Uhr bewacht werden. Weder darf es richtig brennen noch darf der Meiler erlöschen. Von innen nach außen geht die Wirkung des glimmenden Feuers.

Im jüngsten Fall bekamen die Köhler es mit starkem Wind aus wechselnden Richtungen zu tun, der die Verkohlung beschleunigte, es wird einen Tag früher mit der fertigen Holzkohle gerechnet.

Regen Zuspruch fanden die beiden Köhler im Wald und jeden Tag Besuch - aus dem Heinsberger und dem Kölner Raum, sogar aus Schleswig-Holstein kamen interessierte Gäste.

Und die Wanderungen, die der Eifelverein in dieser Woche zusammen mit dem Verkehrsverein organisierte, endeten immer im Zimmel.

Da konnte man den Fortgang der Holzkohlen-Entstehung verfolgen. Das uralte Handwerk soll nicht in Vergessenheit geraten, haben sich Wolfgang Stollenwerk und Heiko Wergen vorgenommen.

Bereits 50 Sack Holzkohle sind bestellt, noch kann man unter Tel. 02474/998-192 oder Tel. 0174/155-9356 welche ordern.
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