Kesternich - 1800 Fensterchen: Johann Schmitz hat die Frauenkirche fertig

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1800 Fensterchen: Johann Schmitz hat die Frauenkirche fertig

Von: M. S.
Letzte Aktualisierung:
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Eine beachtliche Herausforderung - handwerklich wie kreativ. Ein maßstabsgetreues Abbild der Dresdener Frauenkirche gestaltete Johann Schmitz in zweijähriger Arbeit.

Kesternich. Er hat bereits den Aachener wie Kölner Dom in hellen Eifeler Nadelhölzern verewigt, den schiefen Turm von Pisa und den Eiffelturm en miniature fern deren Original-Standorten neu errichtet - nun vollendete Johann „Scheng” Schmitz aus Kesternich die Replik eines weiteren internationalen Kulturerbes. Binnen zweijähriger Arbeitszeit - „Die Stunden habe ich nicht gezählt, tausend reichen aber nicht” - gelang dem 87-jährigen Unruheständler die gut zwei Meter hohe und zwei Quadratmeter messende Nachbildung der Dresdener Frauenkirche.

Kuriosum am Rande: Der unermüdliche Nordeifeler Baumeister hat Dresden, die Heimatstadt des symbolträchtigen Gotteshauses, in natura nie gesehen, geschweige denn das Original für sein kreatives Schaffen. Als Vorlage für sein Projekt diente Schmitz vielmehr ein Buch mit detaillierten und maßstabsgetreuen Zeichnungen.

1800 Scheiben

Was reizte ihn an seinem jüngsten Modell? „Die Frauenkirche ist für die Sachsen mindestens so beliebt wie rheinische Münster und Kathedralen für uns. Außerdem habe ich eine solch schwierige Herausforderung noch bei keiner Kirchenkopie erlebt. Ich musste allein 130 Fenster mit insgesamt 1800 Scheiben einsetzen. Keines meiner zuvor gefertigten Exponate besitzt derart viele Rundungen und Türmchen wie das Wahrzeichen der sächsischen Hauptstadt.”

Von der Rur an die Elbe?

Wenn es nach Scheng geht, wird sein jüngstes Werk bald von der Rur an die Elbe wechseln, wo es einen würdigen Standort finden soll. Vielleicht wird er es ja begleiten, um dessen großes Vorbild diesmal persönlich zu bestaunen. Kontakte sind bereits geknüpft.

Von der Holzbildhauerei, Schnitzkunst, Montage und Transport seiner Baumeisterei nimmt Johann Schmitz nach jüngst vollbrachter Tat nun „erst einmal eine Auszeit”.

Nicht aber von seiner nicht minder geliebten Passion, dem Biken. „Ruhe und Nichtstun sind nix für mich”, bekennt er. „Jede Woche sitze ich mindestens hundert Kilometer im Fahrradsattel und rolle durchs Venn, meine zweite Heimat.”
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