Zwei Paare kämpfen für einen Platz auf dem Treppchen

Von: Sandra Kinkel
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Haben sich für die Weltmeisterschaften in München am 30. Oktober qualifiziert: Roland Schubert und seine Frau Petra sowie Hedy und Willi Waschmann. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Ein Platz auf dem Treppchen wär schon richtig toll.” Roland Schubert lehnt sich auf seinem Stuhl bequem zurück. Fast sieht es ein bisschen so aus, als würde der 39-jährige Berufssoldat aus Nörvenich schon von der Siegerehrung träumen.

Und vielleicht stehen Roland Schubert und seine Frau Petra (39) sowie Hedy (49) und Willi Waschmann (50) ja in 19 Tagen wirklich auf dem Treppchen. So wie letztes Wochenende in Kalkar am Niederrhein. Da sind die vier Dürener nämlich gemeinsam mit der Solinger Boogie-Woogie-Formation „Back Beat Boogies” Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften geworden. Und haben sich für die Weltmeisterschaften in München am 30. Oktober qualifiziert.

Seit vielen Jahren gehört Boogie Woogie, der Rock´n´Roll der 50er Jahre, zur großen Leidenschaft der Schuberts und Waschmanns. Alle vier lieben die Musik, die Kostüme. Das Tanzen macht ihnen einfach großen Spaß. Alle vier sind zudem beim „1. Rock´n´Roll-Club Düren” aktiv, haben als Einzelpaare viele Meisterschaften getanzt und kannten daher auch die Verantwortlichen der Solinger Formation. „Denen fehlten zwei Paare”, so Schubert. „Und da haben die uns gefragt, ob wir nicht bei ihnen mitmachen wollten.” Und die Dürener wollten, nicht zuletzt auch, weil sie wussten, dass in Solingen auf sehr hohem Niveau getanzt wurde.

Seit Mai hat „Back Beat Boogies” jeden Sonntag vier Stunden trainiert, seit August dann auch noch dienstags abends. Eine ziemliche Belastung, schon allein wegen der 75 Kilometer Fahrt. Eine Strecke, wohl gemerkt, von Haustür zu Haustür.

„Für uns war das schon eine Herausforderung”, sagt Hedy Waschmann. „Nicht, weil wir nicht auf hohem Niveau tanzen. Aber wir sind eben nicht so Formations-erprobt.” Und Ehemann Willi ergänzt: „Die Synchronität, das Tanzen verschiedener Bilder und die Positionswechsel waren schon Neuland und auch eine Herausforderung für uns.” Eine Herausforderung, die sich aber gelohnt hat. „Ganz ehrlich”, sagt Hedy Waschmann, die neben Job und Tanzen mit ihrem Mann auch noch Halbmarathon läuft, „der zweite Platz war für uns eine riesige Überraschung. Da haben wir nicht mit gerechnet. Aber umso größer ist natürlich die Freude.” Bis zum 30. Oktober steht für Petra und Roland Schubert und Hedy und Willi Waschmann jetzt noch mehr intensive Probenarbeit auf dem Programm. Klar, auch wenn die „Back Beat Boogies” in München natürlich den gleichen Drei-Minuten-Tanz präsentieren wie in Kalkar bei den Deutschen Meisterschaften.

„Etwas anderes wäre auch gar nicht möglich”, sagt Hedy Waschmann. Wie ihre Chancen bei den Weltmeisterschaften stehen, können die vier Dürener schwer einschätzen, zumal in manchen Ländern die nationalen Wettkämpfe noch gar nicht abgeschlossen sind. Roland Schubert: „Wir wissen nicht, wer nach München kommt.” Und Ehefrau Petra ergänzt: „Wir wollen nur nicht Letzter werden. Alles andere wäre schon gut.”

Es ist eben auch bei den Boogie-Woogie-Weltmeisterschaften ein bisschen der olympische Gedanke, der zählt. Für Roland Schubert auch? „Ich glaube wirklich, dass ein Platz auf dem Treppchen drin ist”, sagt er. „Und das wäre echt das Größte.”
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