Düren - Zwei Jahre Haft für fünf Messerstiche in den Bauch

Zwei Jahre Haft für fünf Messerstiche in den Bauch

Von: hp
Letzte Aktualisierung:

Düren. „Ich wollte damals nur Zivilcourage zeigen“, erklärte ein 39 Jahre alter Dürener. Damals – das war am 7. Juni im Theodor-Heuss-Park, wegen seiner Lage an der Bismarckstraße und des dortigen Denkmals von vielen Dürener auch Bismarck-Park genannt.

Der 39-Jährige war dort auf das Geschrei eines 35-jährigen Mannes aufmerksam geworden. Da er annahm, dieser Mann sei mit seiner Lebensgefährtin in Streit geraten, wollte er nach eigenem Bekunden der Frau beistehen. Zwischen ihm und seinem Kontrahenten gab es offenbar ein Gerangel, in dessen Verlauf es beiderseits auch ein paar Schläge setzte.

Mittlerweile hatten sich der 35-Jährige und seine 32 Jahre alte Freundin samt Hund in Richtung ehemaliger Stadthalle entfernt. Nachdem wenig später erneut „Gebrüll“ zu hören war, so der Zeuge, wollte er nachsehen, ob der vorherige Kontrahent erneut ausrastete.

Dies wurde ihm jedoch zum Verhängnis, denn Minuten später war er durch fünf Messerstiche und weitere Schläge schwer verletzt worden. Er musste operiert und auf der Intensivstation medizinisch versorgt werden, lag sogar zeitweise im Koma. Die Folge der Stiche waren Verletzungen an Bauchfell, Leber, Zwerchfell und Oberschenkel. „Der hat abwechselnd mit rechts zugestochen und mit links geschlagen wie ein Verrückter“, schilderte das Opfer.

Der 35-jährige Täter gab die Messerstiche zu und hatte sich am Donnerstag vor dem Dürener Schöffengericht zu verantworten. Wortreich schilderte er die Geschehnisse jedoch anders. Vielmehr sei er beim ersten Zusammentreffen und auch ein paar Minuten später von dem 39 Jahre alten Mann mit einem Messer bedroht worden. Er habe Angst gehabt und in Notwehr gehandelt. Diese Version glaubte ihm der Staatsanwalt ebenso wenig wie das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen.

Das Gericht verurteilte den bereits einschlägig vorbestraften 35-Jährigen, der wegen eines Körperverletzungs-Deliktes eine Haftstrafe verbüßt, wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer weiteren Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Eine Notwehrlage habe nicht vorgelegen, unterstrich der Vorsitzende. Bei der Schwere der Verletzungen, die der 39-Jährige erlitten habe, machte der Anwalt des Nebenklägers deutlich, könne der Angeklagte froh sein, dass er nicht wegen eines versuchten Tötungsdeliktes angeklagt worden ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert