Düren - Zwei Dürener gestalten das Schlusskapitel in der Orangerie-Galerie

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Zwei Dürener gestalten das Schlusskapitel in der Orangerie-Galerie

Von: han
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Düren. Bevor die traditionsreichen Pforten der Orangerie-Galerie von Schloss Augustusburg vorläufig schließen, haben zwei Dürener Künstler Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen: Mia Hilgemann („Art in Progress“) und Herbert Boerger („Papillarlinien“).

Mia Hilgemann, die in Birgel lebt, hat Malerei und Bildhauerei in Düren und Trier studiert. Drucktechnische Verfahren und Malerei, aber auch Skulptur in Stein, Edelstahl und Bronze hat sie für sich als Ausdrucksformen entwickelt.Vorrangig Siebdrucke und Gemälde stellt sie in Brühl aus.

In ihren plakativen Siebdruckarbeiten interessiert Mia Hilgemann der Gegensatz von Fläche und schmückender Dynamik und die daraus entstehenden Kontraste. Die Kamera ist für sie wichtig bei der Motivsuche. Sie fotografiert winzige Ornamente eines Stoffes im Museum oder Naturprodukte wie Korallen, die sie bei Tauchgängen gefunden hat.

Die Bilder, stark vergrößert, sind Vorlage der Siebe, mit denen sie dann auf Leinwand oder Zerkaller Büttenpapier druckt, das sie vorher bemalt hat. Dabei hat sie ein Faible für schimmernde, irisierende Farben. In ihren Lavabildern wird der Oberflächencharakter faszinierender Vulkanböden auf den Azoren in pulsierend bewegte Farbstrukturen verdichtet.

Querschnitt des Schaffens

Kunst ist für Herbert Boerger eine „Form der Ausdrucksweise, aufgrund von Erfahrungen und Weltsichten“. Der Birkesdorfer, der einige Jahre Malen und Kunstgeschichte an der Dürener Akademie für Bildende Kunst NRW lernte, bietet in der Orangerie einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens an: aus seiner Akademie-Zeit Pferde und Tiger nach Franz Marc, abstrakte Bilder nach Picasso, ungegenständliche Landschaftsbilder, geometrische Formenbilder.

Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf einen seit 2007 entwickelten Stil, in dem er Elemente der künstlerischen Moderne nutzt und mit Bildmustern vermischt, die in der Kriminologie bedeutsam sind. Dort sind es die Fingerabdrücke, die Papillarlinien, die als Synonym für ein Individuum stehen und sogar noch Priorität vor dem Porträt haben.

Mit Hammer und Locheisen

Die typischen Linien und Verzweigungsmuster eines Fingerabdruckes hat Herbert Boerger für sich entdeckt und stanzt Kunstwerke mit Hammer und Locheisen nach der Struktur der menschlichen Haut auf Karton, Leinwand und Büttenpapier. Die so gewonnen Abstraktionen nennt er „Papillarbilder.

Er nennt den Zyklus seiner so gewonnenen Abstraktionen „Papillarbilder“. Es sind zunächst Stempeldrucke mit einem Korken und dann dreidimensionale Lochbilder, die druckvoll mit dem Hammer und Locheisen auf Karton, Leinwand und Büttenpapier zum Leben erweckt werden.

Die Ausstellung im Brühler Schloss dauert bis zum 2. Dezember. Sie ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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