Düren - Zumba: Schweiß treibendes Lebensgefühl...

Zumba: Schweiß treibendes Lebensgefühl...

Von: Tanja Kluth
Letzte Aktualisierung:
4832002.jpg
Anstrengend, aber ein Garant für gute Laune: Zumba ist eine neue Trend-Sportart. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Ich glaube, ich habe einen Knoten in den Beinen. Und in den Armen sowieso. Außerdem fühle ich mich ein bisschen so wie ein Trampeltier. Ein bisschen viel, genau gesagt. Das liegt aber in erster Linie daran, dass die 15 Frauen um mich herum ungeheuer leichtfüßig und elegant wirken. Und ich ungeheuer tolpatschig.

Es ist Samstag Mittag, 13 Uhr, ich bin in einem Dürener Fitnessstudio beim Zumba-Kurs. „Zumba, das soll doch eine Art Sport sein“, hatte mein Mann mir netterweise mit auf den Weg gegeben, als ich ihm von meinen Reportage-Plänen erzählt haben. Der würde sich wundern, wie Schweiß treibend dieser lateinamerikanische Fitnesstanz ist.

Zumba gibt es seit vier Jahren in Deutschland, mittlerweile bieten fast alle Sportvereine in Düren, der Kreissportbund und viele Fitnesstdios Zumba-Kurse an. An der Europaschule in Langerwehe läuft derzeit sogar ein Zumba-Schulsport-Projekt für Abiturienten. Zumba ist Trend.

Tanja Kluth ist seit drei Jahren als Zumba-Instructorin im ganzen Kreis Düren unterwegs, sie betreut die Betriebssportgemeinschaften von Sparkasse und Kreisverwaltung und ist natürlich selbst begeisterte Zumba-Tänzerin. „Zumba ist für Körper, Geist und Seele gut. Man bekommt den Kopf frei“, sagt sie. „Und es ist Gehirnjogging.“ Mein Kopf ist gerade ziemlich voll oder vielleicht auch total leer, so genau weiß ich es selbst nicht genau.

Die Grundschritte von Salsa, Samba, Merengue und Cumbia, die die Frauen um mich herum zu lauter, ziemlich rockiger Musik tanzen, erscheinen mir kompliziert. Davon, meine Arme mit zu bewegen, will ich lieber gar nicht erst sprechen. Die baumeln bei mir nur so rum. Jetzt gerade laufen alle aber ganz schnell auf der Stelle, das kann ich auch, dann plötzlich werden die Bewegungen langsamer, alle tanzen drei Schritte nach links, dann wieder zurück. Ich bin dabei und habe Zeit, die anderen ein bisschen zu beobachten. Zumba scheint wirklich eine Sportart zu sein, die Menschen aller Alterklassen machen können.

Es sind junge Mädchen dabei, eine Frau hat schon graue Haare. Manche haben eine tolle Figur, andere sind deutlich übergewichtig. „Beim Zumba“, erklärt Tanja Kluth, „verbrennt man in einer Stunde zwischen 500 und 1000 Kalorien.“ So richtig spornt mich diese Information jetzt auch nicht an. Genauso wenig, wie Tanja Kluths Eindruck, dass die Frauen in ihren Kursen sich alle unglaublich sexy vorkommen. „Ich gucke immer in lachende Gesichter. Die Frauen finden sich schön.“ Ob die Tänzerinnen in meinem Kurs sich schön finden, weiß ich nicht, glücklich sehen sie allemale aus. Und gerade ist auch ein Hüftschwung von den Damen gefragt. Alle machen mit, ich nicht. Ehrlich gesagt, ich trau‘ mich nicht. Zum Glück wird‘s sofort wieder schneller. Ziemlich schnell, Hüpfen ist angesagt und zwar auf einem Bein.

„Zumba ist ein Lebensgefühl“, sagt Tanja Kluth. „Man muss das zulassen. Einfach mitmachen, dann kommen die Bewegungen von selbst. Und man merkt eigentlich überhaupt nicht, dass man Sport macht.“ Ich merke das schon. Bei Zumba wird der ganze Körper gefordert, man braucht eine gute Koordination, gute Körpersprache. Ich bin ziemlich außer Puste, und auf Bewegungen, die von selbst kommen, warte ich vergeblich. Und trotzdem: Die Zumba-Stunde hat Spaß gemacht. Die Musik war gut, die Leute gut drauf. Zumba ist vielleicht kein Lebensgefühl, aber Zumba ist auf jeden Fall ansteckend. Alle hatten Spaß, keiner hat gelacht, weil ich mindestens die Hälfte der Zeit damit verbracht habe, meine Arme und Beine zu sortieren.

„Das wird schon“, bekomme ich zum Abschluss der Stunde noch mit auf den Weg. „Anfangs hat jeder Schwierigkeiten.“ Irgendwie beruhigend. Und vielleicht wird ja aus dem Trampeltier doch noch eine Zumba-Tänzerin.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert