Zum Abschluss eine fulminante Show mit Gogol und Mäx

Von: Hannes Schmitz
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Angelgück in der Basstuba. Kein Hindernis für die Musikakrobaten. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Es war ein furioses Finale der SWD-KOMMedy-Abende 2013 im Haus der Stadt. Da entzündeten die beiden Musikclowns Gogol und Mäx ein wahres musikalisches, akustisches und optisches Feuerwerk auf der Bühne, bezauberten und fesselten die Zuschauer mit ihrer Akrobatik und Clownerie.

Zwar schien ihr Wortschatz „beschränkt“ zu sein, was sie aber nicht daran hinderte im Laufe des Abends vollmundige Töne herauszulassen.

Nach Worten suchte zu Beginn der Veranstaltung Thomas Lüttgen vom Komm, der auf das baldige Kommen von Zuschauern hoffte. „Nicht mein Jahr“, stöhnte er auf dem Weg zur Bühne, um ein Missgeschick zu erklären.

Gelungener Spagat

Karten mit unterschiedlichen Zeiten zum Show-Beginn waren gedruckt worden, und so wurde der „Komm“-Mann zum erstklassigen Entertainer, damit die, die schon im Saal waren, sich nicht langweilten und die anderen nichts verpassten. Der Spagat gelang, Gogol und Mäx konnten anschließend ihre explosive Humor-Mischung zünden. Der Einstieg majestätisch mit einigen Takten aus Tschaikowskys grandiosem Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll. Ein ungeheurer Effekt, dem originelle Stunden folgten. Ein „allegro furioso“ versprachen sie und hielten Wort. Sie entpuppten sich als Tausendsassas auf schier unendlichen Instrumenten, verwandelten Konservendosen in Drums, die mit Messern gespielt wurden und ließen aus einem Alphorn einen roten Luftballon empor steigen, aus dem zuvor noch im Duett mit dem Klavier Boogie-Woogie und Chopin Klänge ertönten.

Wundersame Details

Man konnte nicht Augen genug haben, um all die wundersamen Details zu erblicken, die dieses Gesamtkunstwerk voller Kuriositäten, Absurditäten und skurrilen Einfällen ausmachten. Das Konzept der Aufführung war einfach aber wirksam. Gogol, der Pianist in Frack mit Fliege sowie gegelten und streng gescheiteltem Haarschopf wollte sein „Piano solo“, den Ton angeben, und wurde von Mäx, einem Irrwisch mit langer Mähne und Schlabberhosen, ständig gestört.

Aus Chaos wird Harmonie

Und irgendwann kam dann nach dem Gegeneinander ein verblüffendes Miteinander, wenn es auf akrobatisches Geschick oder musikalische Harmonie ankam. Scheinbar nicht zueinander Passendes mündete in Wohlklang, das chaotische Duo wurde zur wohligen Einheit, wenn Gogol im rosa Tutu zwischen Klavier und Kontrabasstuba zu Musik von Beethoven balancierte oder Cancan im Handstand tanzte. Das Publikum war hin und her gerissen von dem musikalischen Gespür, der Virtuosität und ihrem akrobatischen Können der Protagonisten.

Blitzschnell wurden Instrumente gewechselt oder neue gebaut. Gut gestimmte Salatschüsseln kamen ebenso zum Einsatz wie eine Glockenorgel, ein Gartenschlauch oder ein Mini-Xylophon, das mit dem Geigenbogen bespielt wurde – Staunen ohne Ende. Bäuchlings lagen die Beiden auf dem Klavier und „hämmerten“ die Habanera aus Bizets Carmen in die Tasten, Saxophon-Spiel auf der Rola Bola, hörbares Windrädchen-Rasseln, Bach als Klezmer-Musik, und ein Fisch in einer Basstuba war auch kein Hindernis und wurde „Zu einem Bächlein helle“ geangelt. Eine erstklassige Flamenco-Gitarre wurde gespielt und Mäx zu einem andalusischen Hopser. Gogol und Mäx waren besten aufeinander eingespielt, überzeugten als Musikclowns mit außerordentlichen Fähigkeiten – eine Show im Stile der „guten alten Zeit“, die in einem wunderbaren Gitarren-Duett endete und die Zuhörer im Zugabenteil noch mit einem sphärischen Lied auf Weingläsern beglückte. Das euphorische Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen.

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