Düren - Zum 29. Mal vor Gericht: Kein Pardon für notorischen Dieb

Zum 29. Mal vor Gericht: Kein Pardon für notorischen Dieb

Von: mv
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Düren. „Sie kennen sich aus”, sagte Richter Hans-Georg Wingen am Dienstag im Dürener Amtsgericht zum Angeklagten. Tatsächlich, der Dürener (42) wusste genau, wie es vor Gericht zugeht.

Er wurde nämlich seit 1983 schon 29 Mal verurteilt. Fast immer wegen Diebstahls. Am Dienstag wurde er aus der Haft, wo er noch bis Anfang 2012 bleiben muss, vorgeführt.

Vier Diebstähle warf der Staatsanwalt dem arbeitslosen Vater von vier Kindern vor. Einmal soll er im Krankenhaus einen Pfleger um seine Geldbörse mit sämtlichen Papieren gebracht haben. Der Diebstahl wurde der Polizei gemeldet, die legte dem Bestohlenen Fotos vor, der Angeklagte wurde erkannt, doch er beteuerte, er habe nichts weggenommen.

Am 4. Januar diesen Jahres soll der Mann in einem Dürener Juweliergeschäft einen Ring im Wert von 1299 Euro gestohlen haben. Fünf Brillantringe ließ er sich damals zeigen. Nachdem er das Geschäft verlassen hatte, fehlte einer. Die Verkäuferin war noch vor Gericht verblüfft, denn sie hatte den Diebstahl nicht gesehen und auch die vier Kameras in dem Geschäftsraum zeigten nur, dass der Angeklagte sich einen Ring übergestreift hatte und dann plötzlich ohne Ring am Tisch saß. Auch in diesem Fall bestritt der Mann die Tat: „Ich schwöre bei meinen vier Kindern, ich war es nicht.”

Am 27. Mai klaute er aus einer Wohnung - der Hausherr arbeitete gerade im Garten - eine achtlos abgelegte Geldbörse. Der Eigentümer sah den Dieb, rannte ihm hinterher, packte ihn am Schlafittchen und ließ seinen Nachbar die Polizei rufen. Dieser Diebstahl war der einzige, den der Angeklagte zugab. Da sei ja wohl kein Schaden entstanden, war sich der Richter mit den beiden Schöffen einig. Der Diebstahl habe aber „viel ausgelöst in meiner Familie”, sagte der Zeuge. Und: „Die Kinder haben jetzt Angst.”

Die Summen in den Geldbörsen waren nicht groß, doch der Verlust von Personalausweis, Scheckkarte, Führerschein, Fahrzeugschein und diversen Karten war für die Bestohlenen jeweils ärgerlich. Drei Fälle hielt der Staatsanwalt für definitiv nachgewiesen. Er summierte verschiedene Strafen und forderte ein Jahr und neun Monate Haft ohne Bewährung. Dem schloss sich das Gericht an, das aber kaum Hoffnung auf Besserung sah.
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