Züll enttäuscht, weil das Wisent-Gehege vom Tisch ist

Von: mv
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Statt der geplanten Wisente auf einem Gelände am Kloster Mariawaldist nun eine Blühwiese geplantt.

Heimbach. „Ich bin wirklich enttäuscht”, sagt Heimbachs Bürgermeister Bert Züll auf Nachfrage. Enttäuscht sei er und überrascht. Aus den „DN” musste er nämlich vor wenigen Tagen erfahren, dass statt der geplanten Wisente auf einem Gelände am Kloster Mariawald nun eine Blühwiese geplant ist.

Außerdem sollen auf einem Teilgebiet ganz normale Rinder grasen. „Ich hätte mir die Wisente für den Nationalpark gewünscht”, trauert Züll der Entscheidung von Nationalparkleitung und Ministerium hinterher. Schließlich haben er und seine Mitarbeiter in den vergangen Jahren diverse Gespräche zur Vorbereitung des Projekts geführt. Es wurde mit Umweltverbänden diskutiert, mit der Leitung des Klosters und mit den Forstämtern konferiert, und man habe sich sogar einmal ein Wisentgehege angesehen. Die Mühe war vergebens.

Eine touristische Attraktion allererster Güte sollte das Wisentgehege für Heimbach werden. Schließlich sind Wisente die schwersten und größten Landsäugetiere in Europa (männliche Tiere werden bis zu 840 Kilo schwer). Sie sind fast ausgestorben und nur in wenigen Zoos und Gehegen in Deutschland zu sehen.

Warum aus dem Projekt nichts wird, darüber kann Züll nur spekulieren. „Als das entschieden wurde, saß ich nicht mit am Tisch”, wiederholt er auf Nachfrage. Und: Er wisse schlicht nicht, woran es lag.

Genau weiß dies der Leiter des Nationalparks, Henning Walter. Es hätte sich außer Ostwestfalen noch der Siegen-Wittgensteiner Bereich erfolgreich um ein Wisentgehege beworben, teilt er mit. Mehr als zwei Wisentgehege „will man aber in Nordrhein-Westfalen nicht haben”. Außerdem, so Walter, hätte man in Heimbach noch 30 Hektar FFH-Fläche in Nationalpark-Gelände umwandeln müssen. Da sei lang und breit darüber gestritten worden, ob eine Umwandlung für zehn erwachsene Tiere sinnvoll sei.

Züll und Walter weisen unabhängig von einander darauf hin, dass auch Blumenwiesen im Umfeld eines mittelalterlichen Klosters durchaus ihren Reiz haben können.
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