Düren - Zu viele Katzen: Tierheim überfüllt

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Zu viele Katzen: Tierheim überfüllt

Von: Ottmar Hansen
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Kater Jim hat die Kastration g
Kater Jim hat die Kastration gut überstanden, stellen Dr. Martina Kuntze (links) und Assistentin Clarissa Roth fest. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Das Tierheim in Düren hat einen Aufnahmestopp für Katzen verhängt. Alle Räume sind bis auf den letzten Platz belegt. Mehr ist nicht drin.

Angesichts des dramatischen Zuwachses an Katzen fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung einer bundesweiten Kastrationspflicht, vor allem für frei laufende Tiere. Ein Aufruf, dem sich der Rat der Gemeinde Niederzier in seiner jüngsten Sitzung einstimmig angeschlossen hat.

„Wir haben derzeit mehr als 210 Katzen im Tierheim. Das liegt deutlich über dem, was wir normalerweise aufnehmen können”, berichtet Jürgen Plinz, Vize-Vorsitzender des Tierschutzvereines für den Kreis Düren. Normalerweise sind um die 140 Katzen im Tierheim.

Durch die Vermittlung der Tiere an Katzenfreunde sinkt die Zahl regelmäßig , doch derzeit ist das Maß voll. Plinz: „Wir haben alle Kommunen angeschrieben, dass wir keine Katzen mehr aufnehmen können.” Plinz ist klar, dass die Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, „nur die Spitze des Eisberges sind”.

Die Zahl der frei lebenden Tiere steige unaufhaltsam. Katzen sind ab dem fünften Lebensmonat geschlechtsreif. Der Verein PETA hat berechnet: Eine einzige Katze und ihre Nachkommen können innerhalb von sieben Jahren rein rechnerisch 420.000 weitere Katzen in die Welt setzen.

Für Jürgen Plinz gibt es deshalb nur eine Alternative: „Menschen, die Katzen halten, müssen ihre Tiere kastrieren lassen - Männlein, wie Weiblein.” Das Verantwortungsbewusstsein der Katzenhalter müsse wieder wachsen. Der Tierschutzverein geht mit gutem Beispiel voran und lässt jedes Jahr rund 400 Tiere kastrieren.

Das überfüllte Tierheim bringe gleich mehrere Probleme mit sich, so Plinz. Nicht nur, dass es länger dauert, bis Katzen vermittelt werden. „Wenn die Tiere auf engem Raum zusammen leben, steigen Stress und Krankheitsanfälligkeit. Es kommt zu Epidemien, deren Behandlung teuer ist.”

Die Einführung der Kastrationspflicht durch die Kommunen hält Plinz deshalb für einen ersten Schritt: „Wir müssen bei den Tierhaltern ein neues Bewusstsein schaffen.” Das fordert auch Landrat Wolfgang Spelthahn in einem Schreiben an die Bürgermeister der Region: „Das systematische Kastrieren” sei die einzig vertretbare Maßnahme, um Einfluss auf die Population frei laufender Katzen zu nehmen.

Bislang sind bereits Merzenich, Jülich, Linnich und Aldenhoven dem Aufruf des Landrates gefolgt. Jetzt führte auch Niederzier die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ein. Vielleicht auch, weil eine Tierärztin aus dem Kreishaus dem Gremium in drastischer Weise vorgetragen hat, auf welch elende Weise frei lebende Katzen oft zu Tode kommen. Das Problem bleibe die Überwachung der Kastrationspflicht, räumt Bürgermeister Hermann Heuser ein.

Er appelliert an die Tierliebe und die Vernunft der Katzenhalter. Nebenbei erleichtert die Kennzeichnung des Tieres per Chip im Ohr, die Katze wiederzufinden, wenn sie einmal entlaufen sein sollte. Die Kastration durch den Tierarzt kostet je nach Narkosemethode beim weiblichen Tier zwischen 85 und 110 Euro, sagt Dr. Martina Kuntze aus Birkesdorf. Beim männlichen Tier betrage die Gebühr rund 60 Euro. Beträge, die mancher Katzenhalter scheut. „Wir werden Wege finden, sozial schwachen Katzen-Haltern in diesem Bereich zu helfen”, verspricht Bürgermeister Heuser.
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