Zoff wegen Blitze: Ratsherr und Bürgermeister im Clinch

Von: Margret Vallot
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Heimbach. Derart heftige Auseinandersetzungen gibt es im Rat von Heimbach selten. Bei der jüngsten Sitzung gerieten Bürgermeister Bert Züll und der Ratsherr der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), Josef Jörres, ungewöhnlich heftig aneinander.

Der Grund: Auf der neuen Straße zwischen Blens und Hausen soll eine Geschwindigkeits-Überwachung (Blitze) aufgestellt werden. Die Autofahrer sollen zum Schutz der Eulen gezwungen werden, nicht schneller als 50 km/h zu fahren. Vor dem Umbau durfte man auf der kaputten Straße 70 km/h fahren.

Jörres wollte vom Bürgermeister wissen, ob der Rat seinerzeit, als die Bedingungen zum Bau der Straße ausgehandelt wurden, darüber informiert worden sei, dass ein Starenkasten installiert werden würde, und ob er, Jörres, 2005 dem etwa zugestimmt habe? Schließlich werde er jetzt ständig angesprochen und gefragt: Wie könnt ihr so etwas machen?

Der Ratsherr und langjährige Ortsvorsteher von Hausen deutete an, dass die Maßnahme einseitig die Tiere schütze, während es für Menschen, die entlang der Straße gehen wollen, noch nicht mal einen Trampelpfad gebe.

Züll reagierte verärgert und laut, wohl auch deshalb, weil er dem Ratsherrn den Vorgang schon mehrfach erklärt hatte. Der Bürgermeister betonte, dass es ihn unendliche Mühen gekostet habe, die gefährliche Rumpelstraße durch eine neue ersetzen zu lassen. Das Land habe viele Millionen Euro ausgegeben. Wäre man auf die Bedingungen der Tierschützer nicht eingegangen, „hätten wir die Straße heute noch nicht”.

Es entwickelte sich ein verbaler Schlagabtausch, bei dem Züll mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt. „Auch, wenn ich von dem Starenkasten gewusst hätte, hätte ich die Vereinbarung unterschrieben”, sagte er mehrfach. Die Angelegenheit sei damals kontinuierlich vom Rat begleitet worden. Und in Richtung Jörres: „Hören Sie endlich auf zu stänkern, und lassen Sie es gut sein.”

Geärgert hatte sich Züll wohl auch, dass Jörres schon bei der feierlichen Eröffnung der neuen Straße Kritik geübt hatte. „Hätte ich das gewusst, hätte ich Sie erst gar nicht zu Wort kommen lassen”, ereiferte sich Züll.

Am Montag reichte er den „DN” eine Stellungnahme nach, in der er genau nachvollzieht, zu welchem Zeitpunkt er den Rat über „die dauerhafte Geschwindigkeitskontrolle durch das Straßenverkehrsamt Düren” informierte und darüber, dass die Fraktionen dem zugestimmt hätten.
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