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Zierlich, im Job aber knallhart

Von: Margret Vallot
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Sie entscheidet, ob Straftäter in Untersuchungshaft müssen: Seit einem Jahr ist Sabine Bleser als Haftrichterin in Düren tätig. Foto: Margret Vallot

Düren. Wenn jemand gegen seinen Willen - sei es im Gefängnis oder in der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses - untergebracht wird, dann hat dabei immer ein Richter ein entscheidendes Wort mitzureden.

In Düren bestimmt Sabine Bleser (41), die seit einem Jahr Haftrichterin ist, ob Tatverdächtige hinter Gitter müssen oder nicht. Neben Haftentscheidungen gehört auch die Vernehmung von Zeugen zu ihrem Aufgabenbereich im Ermittlungsrichterdezernat.

Strafrecht und Zivilrecht, Betreuungsrecht und Familienrecht, Ermittlungsrichtersachen und Einzelrichterstrafsachen: Die zierliche Frau wirft mit Fachbegriffen nur so um sich. Sie ist in ihrem Element. Ein Laie hingegen blickt nur schwer durch.

Wenn man Sabine Bleser fragt, was eigentlich die Arbeit eines Haftrichters ist, antwortet sie deshalb mit einem Beispiel und schildert „den klassischen Fall”.

Der sieht so aus: Die Polizei nimmt nachts in Düren einen Mann fest, der gerade einen Einbruch begangen hat. Sie stellt fest, dass der Kandidat schon mehrfach als Einbrecher unterwegs war und keinen festen Wohnsitz hat. Oder zwar einen Wohnsitz hat, aber dort fast nie anwesend ist.

Die Beamten informieren die Staatsanwaltschaft in Aachen, die einen Antrag auf Unterbringung in Untersuchungshaft stellt. Jetzt beginnt die Arbeit der Haftrichterin. In ein eigens eingerichtetes „Vorführzimmer” wird ihr morgens der Festgenommene gebracht, ein Gespräch beginnt, an dessen Ende Sabine Bleser entscheidet, ob der Einbrecher bis zum Prozess in Aachen eingesperrt wird, oder nicht.

„Nicht jeder, der eine Straftat begangen hat, kommt in U-Haft”, sagt die Richterin. Wer Kleinigkeiten klaut, bleibt verschont. Oder wer mit festem Wohnsitz bisher jeder „Einladung” des Gerichts prompt nachgekommen ist.

Seit 2001 ist Sabine Bleser in ihrem Beruf, seit Januar 2009 ist sie Haftrichterin. Da werden ihr oft Menschen vorgeführt, die sie nicht zum ersten Mal sieht. „80 Prozent”, so schätzt sie, „sind vorbestraft”.
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