Zeitungszusteller fordern Betriebsrat zum Rücktritt auf

Von: red
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Düren. Eine Interessengemeinschaft der Zeitungsboten hat den Betriebsrat der Zeitungszustellung Kreis Düren GmbH (ZZD) zum Rücktritt aufgefordert. Sollte er dieser Aufforderung bis zum 17. Februar nicht nachkommen, wird die IG vor Gericht ziehen, um den Betriebsrat in einem Eilverfahren absetzen zu lassen.

Eine solche Klage ist mit dem Votum von einem Viertel der Beschäftigten zulässig. Gut 80 von aktuell 230 Zeitungsboten im Kreis Düren haben der Interessengemeinschaft dafür bereits ihre Unterschrift gegeben.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind die gescheiterten Verhandlungen zwischen der ZZD und ihrer Auftraggeberin, der Zeitungsverlag Aachen GmbH (ZVA), über einen neuen Dienstleistungsvertrag. Die sich zunehmend verschärfende Zeitungskrise zwingt den ZVA dazu, nicht nur Strukturen und Kosten innerhalb des Verlages anzupassen, sondern auch bei den Dienstleistern. Dringend nötig ist dabei nach Angaben der Geschäftsleitung auch eine Reduzierung der Zustellkosten, die laut einer Analyse über dem marktüblichen Niveau liegen.

Um dem Zeitungsverlag ein neues Angebot unterbreiten zu können, unterzeichneten Geschäftsleitung und Betriebsrat der ZZD im vergangenen September eine Absichtserklärung, wonach die Stammzusteller auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie maximal fünf Prozent ihres Grundlohns verzichten. Im Gegenzug hätte der ZVA den Zustellauftrag an die ZZD zunächst bis Sommer 2011 verlängert.

Die Unterschrift zur notwendigen Betriebsvereinbarung verweigert der Betriebsrat aber seither. „Obwohl die große Mehrheit der Boten sie akzeptiert”, sagt Walburga Brockmann, Sprecherin der Interessengemeinschaft. Sie wirft dem Betriebsrat vor, „grob fahrlässig gegen die Interessen der Belegschaft zu handeln und damit unsere Arbeitsplätze zu vernichten”. Dies werde man, sollte der Betriebsrat nicht zurücktreten, vor Gericht klären lassen.

Mit neuen Arbeitnehmervertretern, so hofft die IG, könne man doch noch zu einer Betriebsvereinbarung kommen, die es dem Zeitungsverlag ermöglicht, einen neuen Vertrag mit der ZZD abzuschließen.
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