Zangenlibelle kehrt in die Indeaue zurück

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Ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Natur im Rekultivierungsgebiet wieder erholt: Erstmals seit fast 100 Jahren wurde in der Indeaue jetzt wieder die etwa fünf Zentimeter lange Zangenlibelle entdeckt. Foto: Ulrich Haese

Inden. Sie ist fünf Zentimeter lang, auffällig gelb-schwarz gemustert und galt in Nordrhein-Westfalen noch vor wenigen Jahren als ausgestorben: Die kleine Zangenlibelle. In diesem Sommer konnte das seltene Insekt zum ersten Mal in der Indeaue nachgewiesen werden.

Naturschützer und Libellenexperte Ulrich Haese entdeckte die Tierart nach gezielter Suche in der rekultivierten Landschaft. In Fachkreisen ist sie als Onychogomphus forcipatus bekannt und ein charakteristischer Bewohner schnellfließender, kiesiger oder sandiger Bäche und Flüsse.

„Zusammen mit den beiden hier lebenden Prachtlibellenarten zeigt das Vorkommen der Zangenlibelle, dass sich die Flora und Fauna an der rekultivierten Inde zu einer richtigen Flussgemeinschaft entwickelt“, freut sich Haese. Zuletzt war die kleine Zangenlibelle 1917 an der Rur dokumentiert worden. Seit wenigen Jahren taucht sie nun sowohl in NRW als auch in den Niederlanden vereinzelt wieder auf.

Zunächst waren die Fachleute skeptisch, ob in einer von Menschenhand geschaffenen Umgebung überhaupt so seltene Tiere zu finden seien. Voraussetzung dafür ist ein entsprechendes Nahrungsangebot. „Der gefundene Artenreichtum in der Indeaue belegt die intakte Natur des Baches. Damit erweist sich das rekultivierte Gebiet im Bereich des Tagebaus Inden als besonders vielfältiger Lebensraum und wertvoller Baustein für den Erhalt der Artenvielfalt mit überregionaler Bedeutung“, erklärt Haese weiter.

Ulf Dworschak, Biologe bei RWE Power ergänzt: „Vor allem der rasch stärker werdende Baumbewuchs an den Ufern der Inde bildet neue und typische Strukturen für die Entwicklung der Auenlandschaft. Durch die Beschattung entstehen so neue typische Lebensbedingungen – und die entsprechenden Arten wandern ein“.

Über 460 Pflanzenarten

Seit Sommer 2005 hat die Inde, die zwischen 1957 und 1965 begradigt wurde, auf etwa zwölf Kilometern ein neues Bett. Der rekultivierte Flusslauf ist mit Hilfe von teilweise 200 Jahre alten Karten dem historischen nachempfunden.

Nördlich von Inden-Lamersdorf zieht der Fluss in einem langen Bogen durch die Rekultivierung um den Tagebau herum, so dass sich unterschiedliche Lebensräume entwickeln können. Die Bilanz fällt sehr erfreulich aus: Bisher wurden mehr als 460 Pflanzen- und unzählige Tierarten an der rekultivierten Indeaue nachgewiesen.

Um die Ufer zu begrünen hat RWE Power inzwischen mehr als 400.000 Bäume und Sträucher gepflanzt und 24 Millionen Euro in das Rekultivierungsprojekt gesteckt, das europaweit als vorbildlich gilt.

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