Z&J Technologies: Eine Erweiterung mit vielen Fragezeichen

Von: Burkhard Giesen
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Für den Turm von ehemals Zimmermann & Jansen gibt es Interessenten. Was mit dem Rest des Geländes an der Monschauer Straße passiert, ist unklar. Foto: B. Giesen

Düren. Rund 3,3 Millionen Euro will – wie jüngst berichtet – in diesem Jahr das Dürener Unternehmen Z&J Technologies GmbH an seinem Standort in der Bahnstraße investieren und weiter auf Expansionskurs gehen. Die Erweiterung steht bei Z&J schon etwas länger auf dem Plan.

Im Jahr 2011 hatte die Beschäftigungsgesellschaft Low-tec einen Großteil der ehemaligen Zimmermann & Jansen-Immobilie übernommen und mit der Sanierung der Industriebrache begonnen. Der markante Turm, ein Dürener Wahrzeichen, war im Oktober 2012 nahezu fertiggestellt, die Arbeiten in der früheren Aula, der Waschkaue und der Umkleide liefen auf Hochtouren und mit dem Dürener Endart-Verein hatte Low-tec-Geschäftsführer Jupp Macherey sogar schon einen Betreiber für die neuen Veranstaltungsräumlichkeiten gefunden.

Nicht mehr wirtschaftlich

Veranstaltungsräumlichkeiten für bis zu 1500 Personen sollten auf dem ehemaligen Betriebsgelände von Zimmermann & Jansen an der Monschauer Straße entstehen. Daraus wurde nichts, weil ein überraschendes Angebot kam: Z&J wollte das Gelände zurückkaufen. „Wir sind an einem Rückkauf der Immobilie interessiert. Unsere jetzige Flächenkapazität ist zu 100 Prozent ausgelastet. Wir haben sogar schon externe Hallen angemietet“, so der damalige Geschäftsführer Ekkehard Brzoska im Oktober 2012. Zu diesem Zeitpunkt hatte Macherey von der Stadt die Baugenehmigung für eine Versammlungsstätte für 450 Personen erhalten, die eigentlich erwartete Genehmigung für bis zu 1500 Personen blieb dann allerdings aus, so dass für Low-tec und die Endart die Wirtschaftlichkeit der Umbaumaßnahme nicht mehr gegeben war.

Unter dem neuen Z&J-Geschäftsführer Metin Gerceker steht die personelle wie räumliche Expansion erneut auf der Tagesordnung. Gerceker: „Ich bin nach Düren gekommen, um diesen Standort voran zu bringen. Wir wollen weiter wachsen und mit vielen neuen qualifizierten Mitarbeitern auch neue Produkte auf den Markt bringen.“ Zwei Optionen scheint das Unternehmen bei seiner Expansion offenbar zu verfolgen: die Erweiterung am jetzigen Standort oder den Neubau auf der grünen Wiese. Variante drei, auf das angrenzende Hannemann-Gelände auszuweichen, ist ad acta gelegt. Bei der Erweiterung an der Monschauer Straße müsste Z&J sich mit Low-tec über einen Kaufpreis einigen. Ein entsprechendes Angebot liegt Z&J auch seit einiger Zeit vor. „Dieses Angebot ist aber aus unserer Sicht unwirtschaftlich“, betont Gerceker. „Wir haben keinen Zeitdruck“, hatte Z&J-Geschäftsführer Metin Gerceker jüngst betont. Allerdings läuft der Mietvertrag für das Bürogebäude an der Bahnstraße sowie für die rund 200 Stellplätze auf dem Gelände im April 2015 aus. Mit einer Entscheidung kann das Unternehmen also nicht mehr allzu lange warten, zumal auch freie Gewerbeflächen in der Stadt Düren nicht im Überfluss zu haben sind. Im Gewerbegebiet Rurbenden/Talbenden gibt es noch eine etwa 80.000 Quadratmeter große Fläche, eine weitere Fläche im Bereich an der Stockheimer Landstraße. Das war’s dann. „Wir führen mit der Stadt Düren konstruktive Gespräche“, stellt Gerceker klar, dass Z&J Technologies in Düren bleiben will.

„Zimmermann & Jansen muss entscheiden, was sie wollen“, sagt Low-tec-Geschäftsführer Jupp Macherey, der sich nach Alternativen zum Verkauf des Grundstückes umsieht: „Es gibt Interessenten für einzelne Teile des Geländes, wie zum Beispiel den Turm. Wir haben aber auch andere Optionen.“ So arbeitet Macherey derzeit mit einem Projektentwickler an einem Konzept für das gesamte Areal.

Und das Hannemann-Gelände an der Bahnstraße? Projektentwickler Georg Hartl will die 25.000 Quadratmeter große Fläche einer Erbengemeinschaft einer neuen Bebauung zuführen. Hartl kann sich neben einer Wohnbebauung auch eine gewerbliche Nutzung vorstellen. Das Problem: Auf das Gelände wirkt sich der Bestandsschutz für Z&J Technologies aus. Wenn eine Wohnbebauung auf dem Hannemann-Gelände zu nah an Z&J heranrücken würde, wäre damit eine mögliche Erweiterung des Unternehmens dann wegen Lärmschutz nicht mehr möglich.

In Teilabschnitten

Dieses Problem wollen die Stadt und der Projektentwickler jetzt gemeinsam lösen. Marcus Steffens, Abteilungsleiter Stadtplanung: „Wir überlegen derzeit, das Gelände in Teilabschnitten zu entwickeln.“ Das hätte mehrere Vorteile: So könnte zuerst ein Teil des Geländes für die Wohnbebauung entwickelt werden – dieser Abschnitt wäre unabhängig von der Entwicklung bei Z&J realisierbar. Der Vorteil für die Erbengemeinschaft: Ein Teil des bereits investierten Geldes für den Rückbau der ehemaligen Firmenhallen würde durch den Verkauf des Grundstückes zurückfließen. Später könnte dann die Restfläche bebaut werden.

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