WVER: Bei der „Wasserernte“ ein Defizit

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Die Faultürme der Dürener Kläranlage prägen die Landschaft an der B 56. Die vom WVER betriebene Anlage muss in absehbarer Zeit um ein Becken zur Kohlenstoffausschleusung erweitert werden. Foto: WVER

Düren. Bei der Verbandsversammlung des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) im „Haus der Stadt“ in Düren nahmen die Delegierten die Berichte des Verbandsratsvorsitzenden Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, sowie des Vorstandes Wolfgang Firk über die Tätigkeiten von Verbandrat und Verband im ablaufenden Jahr entgegen.

Im Wasserwirtschaftsjahr 2014 (November 2013 bis Oktober 2014) entwickelten sich die Niederschläge unterdurchschnittlich. Im Jahresverlauf fielen statt der durchschnittlichen 751,3 Millimeter nur 627,8 Millimeter Regen. Die Talsperrenzuflüsse blieben im Jahresverlauf ebenfalls unterdurchschnittlich. Gerade die Frühjahrsmonate, in denen die Talsperren dank reduzierter Hochwasserschutzräume Wasser ansammeln dürfen, brachten nur eine geringe „Wasserernte“. So ergab sich ein deutliches Defizit.

Nur 289,2 Millionen Kubikmeter

Anstelle der durchschnittlichen 363,6 Millionen Kubikmeter flossen den Talsperren nur 289,2 Millionen Kubikmeter zu. Der Sommer war von einigen Starkregenereignissen geprägt, die stellenweise zu Problemen und Überschwemmungen führten. Bei den Gewässern wirkten sich Sturmschäden zu Pfingsten 2014 negativ aus, da Bäume entwurzelt wurden und in oder über die Gewässer fielen.

Für 310.000 Einwohner

Die Kläranlage Düren verfügt über eine mechanische Reinigungsstufe, bestehend aus Rechen, Sandfang und Vorklärung, über eine biologische Reinigung, eine Nachklärung und eine Filtration als weitergehende Reinigungsstufe. Die Schlammbehandlung besteht aus einer Faulung und einer eigenen Klärschlammverbrennungsanlage. Die Anlage reinigt häusliche und in einem noch größeren Maß industrielle Abwässer vor allem aus der ortsansässigen Papierindustrie. Die Anlage ist für rund 310000 Einwohnerwerte ausgelegt.

Die Messungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Stickstoff- und Phosphorfrachten dieser Bemessung entsprechen oder darunter liegen. Anders verhält es sich dagegen mit der organischen Belastung. Hier übersteigen die eingehenden Frachten teilweise massiv, in den vergangenen drei Jahren zeitweise um mehr als das Doppelte, die Bemessung der Anlage. Da es keine nennenswerte Bevölkerungszunahme im Einzugsgebiet der Anlage gibt, kann dieses Phänomen auf eine gesteigerte industrielle Produktion zurückgeführt werden. Durch temporäre Maßnahmen wie den zusätzlichen Eintrag von Luft sollen die Bakterien zu gesteigertem Kohlenstoffabbau angeregt werden.

Dauerhafte Lösung

Die Bezirksregierung verlangt jedoch eine dauerhafte Lösung des Problems. Deshalb plant der Verband die Erweiterung der Kläranlage um ein Becken zur Kohlenstoffausschleusung. Dies würde zudem die Vorklärbecken überflüssig machen, die dann als ebenfalls geforderte Mischwasserstreckungsbecken weiter genutzt werden können.

Rückläufige Tendenz

Die gereinigte Jahresabwassermenge lag 2013 bei 125,05 Millionen Kubikmeter. Damit bestätigte sich eine leicht rückläufige Tendenz der letzten Jahre. Die Kosten der Abwasserreinigung lagen 2013 bei 76 Cent pro Kubikmeter gereinigten Abwassers im Vergleich zu 74 Cent für 2013. Im Berichtsjahr konnte der Schuldenstand des Verbandes um 18,8 Millionen Euro reduziert werden, von 446,2 Mio. Euro auf 427,4 Millionen Euro nach Gegenrechnung von Tilgungen und Neuaufnahmen. Bereits seit 2004 besteht eine Beitragsbegrenzung auf 132 Millionen Euro, die der Verband von seinen Mitgliedern erhebt. Diese wird auch für das Haushaltsjahr 2015 mit einem Beitragsvolumen von 131,87 Millionen Euro wieder eingehalten.

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