Wortgewaltige Dichter: „Poetry Slam“ in der Endart-Farbik

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Es ist ein wahrer Meister des Poetry Slam: Pierre Jarawan. Er ist der Stargast der Veranstaltung in der Dürener „Endart-Fabrik“. Foto: Uwe Lehmann

Düren. Der Sieger der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften Pierre Jarawan kommt am Freitag, 15. Februar, nach Düren. Mit dem Deutschen Meister sind elf weitere überregionale und lokale Poeten in der Kulturfabrik zu Gast.

Bei einem Poetry Slam ist das Publikum die Jury: Es stimmt ab über den Dichter, sein Werk und seinen Vortrag. Am Ende des Abends erhält der gekürte Publikumsliebling den Slam-Pokal – überreicht von Moderator Necip Tokoglu.

Schon lange im Geschäft

Slam-Meister Jarawan studiert derzeit Theater-, Film- und Fernsehkritik und kann sogar von seinen Auftritten leben. Bereits mit 13 Jahren verfasste er sein erstes Gedicht. Im vergangenen Jahr wurde der jetzt 27 jährige Münchner dann nach vielen hundert Auftritten im deutschsprachigen Raum mit dem Meistertitel geehrt.

Nach Meinung von Jarawan ist der Poetry Slam das absolute Gegenteil einer klassischen Wasserglaslesung. „Teilweise stehe ich auf Bühnen vor bis zu 4000 Menschen“, erzählt Jarawan. „Die Slams sind mittlerweile populär, weil unsere Veranstaltungen auch im ZDF, Arte oder dem WDR Fernsehen übertragen werden.“

Dass Jarawan am Freitag auf der behaglichen Endart-Bühne im Fabrikcafé vor deutlich weniger Publikum stehen wird, sieht er eher als Vorteil. „Die Atmosphäre vor 100 Besuchern ist natürlich viel intimer, als auf einer großen Bühne“.

Auch Slam-Moderator Necip Tokoglu schätzt das Café der Endart als idealen Auftrittsort. „Hier fühlen sich Slammer und Besucher gleichermaßen wohl. Dies ist Voraussetzung, damit sich unsere Poeten richtig entfalten können.

Bei den Slams sind Atmosphäre und Authentizität einfach ein ganz wichtiger Bestandteil. Kunstfiguren gibt es kaum, viele Texte sind sehr persönlich, und der Autor trägt immer ein Stück seines Lebens auf die Bühne“, so Tokoglu. Jarawan bestätigt diese Aussage „Es steckt viel von meinem Wesen in den Texten, mehr, als man glaubt, aber weniger, als man befürchtet.“

Schulworkshops geplant

Mit dem Poetry Slam in der Endart sollen in diesem Jahr auch entsprechende Schulworkshops an Dürener Schulen starten. Konkrete Vorbereitungen laufen bereits am Burgau- und Wirteltor-Gymnasium. „Lehrer lieben natürlich Poetry Slam, weil die Schüler dadurch eine ganz neue Beziehung zu Lyrik bekommen – ganz anders als im normalen Deutsch-Unterricht“, erklärt Necip Tokoglu, der schon selbst viele Jahre als gefragter Slammer auf deutschen Bühnen unterwegs ist.

Tokoglu sieht die Slams und deren Organisation als professionelles Hobby und verdient sein Geld als einer der drei angesehensten Briefmarkengutachter der Welt. „Ich schätze, in Deutschland können so 40, 50 Leute hauptberuflich von Poetry Slam leben“. Er räumt auch mit einem kleinen Vorurteil auf. „Die Slams sind nicht nur für junge Leute“. Von den neun Finalisten der deutschen Meisterschaft im letzten Jahr waren drei über 40 Jahre.

Er hofft deshalb bei den lokalen Anmeldungen für den nächsten Slam auch auf die Resonanz aus der 40+ Altersgruppe. Interessierte Slammer können sich unter poetry@endart.de anmelden.

Die Veranstaltung in der Endart-Kulturfabrik beginnt um 20 Uhr. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt sieben Euro beziehungsweise fünd Eurofür Schüler und Studenten.

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