Düren/Niederzier - Wollte Haushälterin aus Habgier Senior ersticken?

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Wollte Haushälterin aus Habgier Senior ersticken?

Von: oha
Letzte Aktualisierung:

Düren/Niederzier. Ist ein 85 Jahre alter Rentner von seiner Haushälterin aus Habgier mit einem Kissen fast erstickt worden? Bei der Beantwortung dieser Frage hatte es das Gericht in Düren am Donnerstag nicht leicht.

Die Angeklagte gab zwar bereitwillig Auskunft über sich, ihr Verhältnis zum inzwischen verstorbenen Senior aus Düren und den möglichen Tathergang, doch waren die Schilderungen so verworren, dass sie das Gericht in dem Bemühen, das Geschehen vom 19. November 2010 aufzuhellen, nicht wirklich weiter brachten.

Zumal sich die Aussagen der Verwandten des Opfers und der Polizei nicht mit denen der Angeklagten deckten. Nur so viel ist klar: Die 62-Jährige ging seit mehr als fünf Jahren bei dem vermeintlichen Anschlagsopfer ein und aus.

Die verheiratete Mutter eines Sohnes aus Niederzier war auf eine Annonce hin als Haushaltskraft engagiert worden. Dann gehen die Schilderungen auseinander. Die Frau gab vor Gericht an, sich in den 85-Jährigen verliebt zu haben. „Es war eine Art Hassliebe.” Nicht nur, weil sie von dem Senior zu sexuellen Kontakten gezwungen worden sei.

„Ich hatte einen Hass auf ihn, wenn er wieder mit seinen SS-Geschichten anfing und ein Juden verachtendes Lied anstimmte.” Da er den Banken nicht mehr traute, habe er sein Geld im ganzen Haus versteckt.

Im Zustand zunehmender Demenz habe er sein Geld auch im Garten vergraben wollen. Da habe sie die Banknoten lieber an sich genommen. Offenbar überließ der 85-Jährige seiner Haushälterin sein Auto und lieh ihr einen größeren Geldbetrag. Doch plötzlich wollte der Senior wohl sein Geld zurück. Es kam zum Streit.

„Er hat mir ein Handtuch über den Kopf gestülpt, so dass ich keine Luft mehr bekam und auf mich eingeschlagen”, so die Angeklagte. In panischer Angst habe sie sich los gerissen.

Später, als der 85-Jährige auf dem Sofa lag (oder auf dem Boden, so genau konnte sich die Angeklagte nicht erinnern), habe sie ihm ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. Dem Senior gelang es allerdings, sich zu befreien. Er trug Verletzungen im Gesicht davon.

Das Geld habe sie dem Mann zurück gebracht, versicherte die Angeklagte, die wegen einer Persönlichkeitsstörung in Behandlung ist. Danach verließ sie die Wohnung. Der Senior alarmierte seinen Sohn, Polizei und Notarzt. 56 500 Euro fanden die Angehörigen tatsächlich in der Wohnung.

„Warum haben Sie dem Mann noch ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, wo doch eigentlich schon alles vorbei war?”, wollte Staatsanwalt Robert Deller von der Angeklagten wissen. „Das hätte auch zum Tod des 85-Jährigen führen können.”

Die 62-Jährige: „Ich hätte besser einfach weg gehen sollen.” Ihr Rechtsanwalt betonte, dass seine Mandantin die Tat im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen habe. Er forderte, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Was den Staatsanwalt auf die Palme brachte: „Es gibt nicht die geringsten Zweifel an der Tötungsabsicht.”

Ein Gutachten soll nun klären, ob die Angeklagte wegen ihres psychischen Zustandes überhaupt für ihr Tun verantwortlich gemacht werden kann.
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