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Wohnblocks in desolatem Zustand

Von: Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
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Es besteht Gesprächsbedarf: Anwohner der Rütger-von-Scheven-Straße klagen dem Kreissprecher der Linken Valentin Veithen (links) ihr Leid. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Trostloses Grau-Braun regiert die Wohnblocks an der Rütger-von-Scheven-Straße. Nein, diese Häuser sind wahrlich keine Schönheiten, doch im Innern der Betonklötze sieht es noch einmal ganz anders aus.

Schimmel in den Wohnungen, defekte Heizungen, zerbrochene Fensterscheiben und Türen, in den Mauern teilweise kopfgroße Löcher, wo einst Dunstabzugshauben waren.

In den Sozialwohnungen herrscht Mangel an allen Ecken und Enden. Mängel, die nach Aussage der Bewohner der Wohnblocks nicht behoben werden. „Wir haben keine Heizung und keinen Ofen”, klagt etwa eine ältere Frau. „Überall regnet es rein, es herrscht Durchzug, unsere Kinder werden krank”, sagt ein anderer Bewohner. Im Sommer habe man auf den verdreckten Außenanlagen Ratten gesehen.

„Die Leute sind hier mit den Nerven am Ende”, sagt Valentin Veithen, Kreissprecher der Partei „Die Linke”. Der Politiker möchte an der Rütger-von-Scheven-Straße eine Mieterinitiative ins Leben rufen, um den Beschwerden mehr Gewicht zu verleihen.

Dieses Ziel hat auch Willem Caenen. Der 60-Jährige wohnt seit über 30 Jahren mit seiner Frau in einem der Häuser an der Rütger-von-Scheven-Straße, bis vor viereinhalb Jahren völlig problemlos. „Dann gingen die Wohnblocks von Landeseigentum in Privatbesitz über und die Probleme fingen an”, so Caenen.

Seitdem wird Willem Caenens Ordner mit Beschwerden und Gerichtsverfahren immer dicker. Klagen vor Gericht, Mietkürzungen - das hat man an der Rütger-von-Scheven-Straße alles schon durchgespielt. Alles ohne Erfolg. „Wir kämpfen hier gegen Windmühlen”, meint denn auch Willem Caenen.

Valentin Veithen findet, dass die Stadt Düren nicht genug gegen die Missstände an der Rütger-von-Scheven-Straße unternehme. Seiner Meinung nach müsste die Stadt die Wohnungseigentümer der Griffin Bonds II NRW A/S zur Rechenschaft ziehen.

Veithen vermutet aber, dass die Stadt Düren daran kein Interesse habe. „Ein Großteil der Mieter empfängt Sozialhilfe, die Stadt zahlt für sie die Miete.” Bei Mietkürzungen entfallen für die Stadt folglich Kosten. „Glauben Sie, dass da Interesse besteht, etwas zu unternehmen?”

Ein Vorwurf den Bürgermeister Paul Larue als „groben Unfug” von sich weist. „Was die Stadt tun kann, tut sie auch”, so Larue. So versuche das Büro für Gemeinwesenarbeit zwischen Mietern und Eigentümern zu vermitteln.

Auch das Wohnungsförderungsamt habe sich eingeschaltet. Richard Steltzner gibt allerdings zu verstehen, dass seinem Amt die Hände gebunden sind, wenn die Mieter selber über einen Anwalt tätig werden. Ansonsten könne man den Vermieter auffordern, Missstände zu beseitigen. „Da muss aber eine großzügige Frist eingeräumt werden.”

Gleichwohl, wenn es einen Eigentümerwechsel gebe, sei der neue Eigentümer nicht mehr an diese Vorgaben gebunden, sagt Steltzner. Mit einem Wechsel der Verwaltung erklärt Jan Sorensen, Sprecher der Geschäftsführung von Griffin Bonds II NRW A/S, warum sich an der Rütger-von-Scheven-Straße lange Zeit nichts getan habe.

Der dänischen Immobiliengesellschaft gehören neben den Dürener Wohnungen noch über 5000 weitere Wohnungen in ganz NRW. Da würden Entscheidungen schon einmal länger dauern, so Sorensen.

Man habe jetzt aber einen Plan ausgearbeitet, der für die Dürener Häuser Wärmedämmungen, neue Heizungen und Fenster vorsehe. Dieser müsse vom Aufsichtsrat von Griffin nur abgesegnet werden, dann könne man die Häuser modernisieren.
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