Wird Monte-Mare-Bad bald an Betreiber verpachtet?

Von: oha
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Niederzier. Die Gemeinde Niederzier wird ihr Kriegsbeil im Streit mit dem Kreis Düren um die Finanzierung des Kreuzauer Freizeitbades Monte Mare für ein Jahr begraben. Darauf verständigten sich am Dienstagmorgen Bürgermeister Hermann Heuser und Landrat Wolfgang Spelthahn.

Hintergrund der plötzlichen Annäherung: Der für zwei Jahre abgeschlossene Betriebsführungsvertrag des Kreises mit der Monte Mare Bäderbetriebsgesellschaft mbH läuft Anfang 2011 aus. Das Unternehmen, das bundesweit zahlreiche Freizeitbäder mit mehr als 2,8 Millionen Besuchern betreibt, habe signalisiert, das Kreuzauer Bad ab 2011 langfristig zu pachten, so Spelthahn. Damit würden dann zumindest die laufenden Kosten vom Pächter übernommen.

Wohl nicht jedoch die Investitionen in Höhe von 11 Millionen Euro, die der Kreis in eine moderne Technik und ein neues Dach für das frühere Rurwelle-Bad steckte. „Zuletzt haben wir noch 190.000 Euro in die Erweiterung der Sauna investiert”, blickt Landrat Spelthahn zurück. Die Besucherzahlen für die Sauna steigen denn auch stetig. „Damit ist der Ausbau abgeschlossen. Kommendes Jahr werden wir nichts mehr investieren”, so Spelthahn.

Die Gemeinde Niederzier hatte, wie berichtet, vor dem Verwaltungsgericht gegen den Kreis Düren geklagt. Die Gemeinde war nicht länger bereit, das hohe Defizit aus dem Betrieb des Bades von 800.000 Euro jährlich über die Kreisumlage mitzutragen (50.000 Euro von Niederzier). Auch wenn Niederzier in erster Instanz verloren hat, die Urteilsbegründung machte durchaus Hoffnung, in einem weiteren Verfahren doch noch Recht zu bekommen. Deshalb hatte die Gemeinde damit gedroht, den Klageweg weiter zu bestreiten. Dieser Schritt ist nun zumindest für ein Jahr ausgesetzt.

„Es ist nicht unser Ziel, die Einrichtung in die Insolvenz zu treiben und die Angestellten arbeitslos zu machen”, betonte Hermann Heuser am Dienstag. „Doch wir können uns ein Luxusbad, finanziert aus öffentlichen Kassen”, nicht weiter leisten. Nicht von ungefähr sei der Kreis von der Bezirksregierung zum sparsameren Wirtschaften ermahnt worden. Heuser: „Da muss man eben Prioritäten setzen.” Der Kreisbürger könne ja schließlich auch die beiden anderen Hallenbäder in Jülich und Düren nutzen.

Für den Niederzierer Bürgermeister ist klar: „Wenn wir sparen müssen, dann finanziere ich lieber neue Kindergartenplätze für die U3-Betreuung. Ein Wellness-Tempel kommt da erst an letzter Stelle.” Am 11. März will Heuser das Thema mit seinem Gemeinderat beraten.
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