Wird die neue Kölnstraße vertagt?

Von: Ottmar Hansen
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Eigentlich sollte die Fußgä
Eigentlich sollte die Fußgängerzone Kölnstraße (Foto) wie Wirtelstraße und Hirschgasse ein neues Pflaster erhalten. Nun ist die sanierung nicht im Haushaltsentwurf vorgesehen. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Die Einkaufszone von Düren ist größtenteils neu gestaltet worden. Bis auf die Kölnstraße. Dafür fehlt das Geld. Die Verwaltung will das Projekt deshalb auf längere Zeit vertagen. Die CDU-Mehrheitsfraktion will die Sanierung der Fußgängerzone jedoch möglichst bald angehen. Die Entscheidung fällt in der Ratssitzung am 28. März. Die Stadt ist pleite und muss sparen. Das ist allen klar. Aber woran?

Im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen stellen derzeit alle Ämter nacheinander ihre Sparvorschläge vor. „Jedes Amt hat dabei die Chance, für Punkte zu werben, die es eigentlich wegen des Sparzwanges nicht in den Haushalt für die nächsten beiden Jahre schaffen würden. Wir machen alles für den Bürger transparent”, erläutert Kämmerer Harald Sievers das Verfahren.

Und prompt machte der Leiter des Tiefbauamtes, Heiner Wingels, bei der Ausschusssitzung am Donnerstagabend reichlich Gebrauch von dieser Option. Auch wenn die Erneuerung der Kölnstraße über zwei Jahre gestreckt 675 000 Euro koste, könne man sie nicht einfach so vertagen.

Nicht nur, weil die Stadt damit rechne, dass sich die Anlieger zumindest mit 280 000 Euro an dem Projekt beteiligen. Wingels: „Nachdem Wirtelstraße, Kleine Zehnthofstraße und Hirschgasse saniert wurden, ist es städtebaulich erforderlich, die Kölnstraße als letzte Straße der Fußgängerzone ebenfalls neu zu gestalten, um ein zeitgemäßes Erscheinungsbild zu erzielen und die Attraktivität des Zentrums langfristig zu sichern.”

Der Unterhaltungsaufwand für die Kölnstraße mit ihrem maroden Rinnensystem und Bodenbelag sei außerdem nicht mehr vertretbar, die Straße biete eine Unfallgefahr für die Fußgänger.

Kämmerer Sievers verweist, wie so oft zuletzt, auf den Sparzwang: „Die Kölnstraße ist nicht so, als wäre sie nicht verkehrstüchtig. Es gibt keine rechtliche Notwendigkeit für diese Ausgabe, deshalb ist sie im Haushaltsvorschlag auch nicht drin.”

Letztendlich wird jedoch die Politik am 28. März im Rat entscheiden, ob in der Kölnstraße gebaut (und eben an anderer Stelle gespart wird) oder nicht. Für den Finanzausschussvorsitzenden, Stefan Weschke (CDU), ist die Sache klar: „In unserem Wahlprogramm steht die Neugestaltung der Kölnstraße bis 2014 drin. Und wir sind eine Fraktion, die es ehrlich meint.”

Das gelte übrigens auch für die noch offene Sanierung von drei Schulen. Weschke: „Das machen wir.” Was die Kölnstraße angeht, wird die SPD wohl mitziehen. Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt am Freitag: „Wir sehen dort dringenden Handlungsbedarf.” Allerdings erwartet die SPD ein komplettes Konzept mit Wohnen und Außengastronomie, um so vielleicht an Fördergelder zu kommen.

Geht es nach dem Willen des Tiefbauamtes, dann werden in den nächsten beiden Jahren auch zumindest einige der 120 Spielplätze im Stadtgebiet neue Geräte erhalten. Etliche sind schon 15 bis 20 Jahre alt. Mit dem neuen Haushaltsansatz von 30 000 Euro sei das nicht zu schaffen, so Wingels.

Der Ansatz für die jährliche Unterhaltung der 110 Ampelanlagen in Düren in Höhe von 25 000 Euro sei ebenfalls viel zu niedrig kalkuliert. Wingels: „50 000 Euro sind das Mindeste.” Betrachte man die vielen Radunfälle, die auch die Polizei beklage, mache es keinen Sinn, an den Ausgaben für die Radwege zu sparen.

Gleiches gelte für die Straßen in Düren. Wer jetzt 200 000 Euro an Reparaturen spare, müsse später wesentlich mehr Geld für den Neubau einer Straße bezahlen, so Wingels.
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