Brandenberg - Windkraftanlagen: Angst vor „Rundumbeschallung“

Windkraftanlagen: Angst vor „Rundumbeschallung“

Von: Stephan Johnen
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„Eine weitere Belastung der Bürger ist nicht mehr zumutbar“, fordern Helma Grewe und Jürgen Bergschneider aus Brandenberg die Suche nach anderen Standorten. Foto: Stephan Johnen

Brandenberg. Ist alles im Leben nur eine Frage der Gewöhnung? Kann man lernen, mit Lärm und Beeinträchtigungen zu leben? Wo liegen die Grenzen des Zumutbaren? Diese Frage stellen sich Helma Grewe und Jürgen Bergschneider aus Brandenberg.

Windräder, Moto-Cross-Strecke, eine geplante Nutzungserweiterung des Segelflugplatzes auch für einen motorisierten Ultraleichtflieger: Sie sind überzeugt, dass die Schmerzgrenze der Bürger in diesem kleinen Ort der Gemeinde Hürtgenwald erreicht ist. Weitere Belastungen dürfe es nicht mehr geben.

„Gerade die kleinen Orte werden über Gebühr belastet“, findet Jürgen Bergschneider. Von einem ländlichen Leben könne an manchen Stellen der Gemeinde Hürtgenwald bald keine Rede mehr sein, befürchtet er. Besonders kritisch sehen Helma Grewe und Jürgen Bergschneider die Planung von Windkraftkonzentrationszonen im Wald: am Peterberg und im Bereich Ochsenauel.

„Am Rennweg ist das Thema nach dem Protest der Bürger vom Tisch. In unserer Nachbarschaft wird weiter geplant“, erklären beide, warum sie in Brandenberg Unterschriften sammeln. Etwa 200 seien mittlerweile zusammengekommen.

Dass es mittlerweile auch in Obermaubach Bedenken gegen die Windräder in der Gemeinde Hürtgenwald gibt, sehen die Unterschriftensammler als Bestätigung. Sie wollen nun auch in Bergstein und Obermaubach Unterschriften sammeln. Ihre Kritik an der Politik: „Wir haben das Gefühl, dass die kleinen Orte geopfert werden.“ Einwände der Bürger würden eher belächelt, schildert Helma Grewe ihre persönlichen Eindrücke.

„Wir haben nichts gegen die Moto-Cross-Strecke. Wir haben nichts gegen Windkraftkonzentrationsflächen an geeigneten Plätzen. Wir haben auch nichts gegen die Segelflieger“, betonen sie. „Aber wir befürchten, dass es für unsere kleinen Orte zu viel wird.“

Wenn Helma Grewe aus ihrem Fenster schaut, hat sie einen direkten Blick auf die drei Räder an der Landstraße 11. „Wir dachten, wir hätten uns daran gewöhnt“, sagt sie. Doch seit dem Repowering der Räder, seit dem Ersetzen der älteren, kleineren Anlagen durch größere und leistungsstärkere, könnten selbst geschlossene Fenster beizeiten die Geräusche nicht aussperren. Bei West-/Nordwestwind müsse von einer „Dauerlärmbeschallung“ gesprochen werden. „Einer Ausweitung können daher auch viele Nachbarn nicht zustimmen“, sagt Helma Grewe. Sollten alle Vorhaben umgesetzt werden, werde besonders Brandenberg eine „Rundumbeschallung“ erleben.

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