Kreuzau - Will zunächst kein volles Gehalt: Bürgermeisterkandidat Bernd Becker

Will zunächst kein volles Gehalt: Bürgermeisterkandidat Bernd Becker

Von: Ingo Latotzki
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Bernd Becker will in den Rat und Kreuzauer Bürgermeister werden. Foto: Ingo Latotzki

Kreuzau. Bernd Beckers Puls schnellt schon mal in die Höhe. Immer dann, wenn er wieder etwas gesehen oder registriert hat. „Ich rege mich schneller auf als andere Menschen“, sagt er. Deshalb will er auch Politik machen, in Kreuzau. Becker kandidiert für den Job des Bürgermeisters, ohne eine Partei im Rücken zu haben. Wenn man so will, ist er ein Einzelkämpfer.

Das stört ihn nicht, im Gegenteil. Mit den etablierten Parteien kann er nicht so viel anfangen. Die regen ihn auch schon mal auf, „speziell deren Gelassenheit“. Sie säßen im Rat und täten: nichts. Oder nicht viel.

Becker, 52, hat das schon immer gewurmt. Darum ist er auch schon bei der letzten Wahl 2009 angetreten und hat in seinem Wohnort Drove aus dem Stand 143 Stimmen für den Gemeinderat geholt. Beinahe wäre er mit diesem Ergebnis in den Rat eingezogen.

Was damals nicht klappte, soll nun funktionieren: Becker will ins kommunale Parlament. Dass er tatsächlich Bürgermeister wird und sich gegen Ingo Eßer (CDU) und Karl Georg Steffens (gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen) durchsetzt, ist eher unwahrscheinlich. Obwohl er bei der Wahl vor fünf Jahren immerhin 10,2 Prozent (920 Stimmen) holte.

Becker ist gelernter Fernmeldehandwerker und fährt in diesem Job viel durch die Region. Da sieht er eine Menge, sagt er, da mache er sich seine Gedanken. So ist ihm aufgefallen, dass in der Gemeinde Kreuzau die Informationspolitik nicht stimme. Findet er.

Und so fordert er jetzt eine Seite im Internet für alle Ortsteile, „damit die Menschen wissen, was bei ihnen los ist“. Überhaupt das Internet: „Da hat Kreuzau geschlafen“, meint er, andere Kommunen wie Vettweiß und Hürtgenwald seien da weiter.

Einmal dabei, zählt Becker auf, was ihn sonst so stört und was er anginge, wenn er gewählt würde. Der Lkw-Verkehr nehme ja immer weiter zu. Da ist er mit seinen beiden Konkurrenten Eßer und Steffens noch einer Meinung. Womöglich könne eine Umgehungsstraße helfen, denkt er, weiß aber um die Probleme, die eine Finanzierung und Naturschutzauflagen mit sich brächten.

Die Gemeinde sieht er „als Dienstleister“, die beispielsweise Bürgerbusse und Bürgerautos zur Verfügung stellen sollte. In Schulen frei werdende Räume könnte die Verwaltung nutzen, um eine kleine Dienststelle einzurichten und „vor Ort präsent zu sein“, sagt er.

Für den Fall seiner Wahl zum Bürgermeister hat sich Becker etwas Bemerkenswertes einfallen lassen. Weil er „ja blutiger Laie“ in der Verwaltung wäre, würde er drei Jahre lang nicht das komplette Bürgermeistergehalt beanspruchen, sondern würde nur das behalten, was er zur Zeit verdiene. Mit der Differenz würde er lokale Projekte unterstützen.

Jetzt klebt er erst einmal Wahlplakate. Da ist er wieder unterwegs, sieht sich um, denkt nach. Vielleicht wird hier und da sein Puls wieder nach oben gehen.

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