Langerwehe - Wie verbringt eine Adelsfamilie das Weihnachtsfest?

Wie verbringt eine Adelsfamilie das Weihnachtsfest?

Von: Sandra Kinkel
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Freuen sich auf besinnliche Weihnachtstage: Prinz Albert-Henri de Merode und seine kleine Tochter Marie-Blanche. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Für Prinz Albert-Henri de Merode (37) und seine Familie ist Weihnachten ein ganz besonderes Fest. Eines, das mit vielen Traditionen gefeiert wird, aber auch eines, das mit viel Spaß und guter Laune begangen wird. Die „DN“ haben den jungen Prinzen und seine kleine Tochter Marie-Blanche auf Schloss Merode besucht, um herauszufinden, wie die Adelsfamilie Weihnachten feiert.

Und eines wurde ziemlich schnell klar: Auch bei den de Merodes ist Weihnachten ein Familienfest – mit Geschenken und leckerem Essen. Und trotzdem ist es irgendwie doch ein bisschen anders als bei anderen Familien.

Heiligabend verbringt Prinz Henri-Albert mit seiner Frau, Gräfin Marie-Christine Soden-Fraunhofen und den drei Kindern (sieben, fünf und ein Jahr), am ersten Weihnachtstag kommt dann die ganze Familie zusammen. „Meine Großmütter, die Tanten, Onkel und die ganze Cousinage – alle treffen sich am ersten Weihnachtstag auf Schloss Merode 25 Leute sind wir dann schon.“

Jeder bringt etwas Leckeres zu essen mit, ein Onkel steuert Champagner von seinem Weingut bei, ein anderer einen guten Burgunder. „Wir haben ein großes Buffet“, erzählt Albert-Henri de Merode. „Und verbringen einfach Zeit zusammen. Mit Spielen und Gesprächen.“ Zu Beginn des Festes wird gebetet und gesungen, alle Kinder und Jugendlichen, die mitfeiern, führen ein Krippenspiel auf. „Dabei müssen alle mitmachen“, sagt Prinz Albert-Henri. „Und sei es nur durch Mitklatschen.“

Bis ins Mittelalter

Prinz Albert-Henri kann seine Familie bis zur Zeit Karls des Großen, also bis ins Mittelalter, zurückverfolgen. Die de Merodes haben unter anderem enge Kontakte zum belgischen Königshaus. „Unser Stammbaum ist komplett. Natürlich sind uns da Traditionen wichtig“, sagt der Architekt, der vier Geschwister hat. „Aber das bedeutet nicht, dass wir keine modernen Menschen sind. Im Gegenteil: Die Tradition ist ein guter Grundstein, um nach vorne zu sehen.“

Seine Familie, erzählt der Prinz, sei mit anderen Adelsfamilien in ganz Europa verwandt und befreundet. „Und diese Kontakte möchten wir natürlich auch pflegen. Das ist uns wichtig und nicht etwa eine lästige Pflicht.“ Natürlich gäbe es Regeln und Etikette, sagt Prinz Albert-Henri. „Aber die basieren alle auf einem freundschaftlichen Zusammenhalt. Es ist doch schön, seinen Verwandten und Freunden eine Weihnachtskarte zu schreiben.“

Kinder werden beschenkt

Geschenke spielen bei der Adelsfamilie aus Merode keine große Rolle. „Die Kinder bekommen natürlich Weihnachtsgeschenke“, sagt Prinz Albert-Henri. „Bei den Erwachsenen und Jugendlichen machen wir es so, dass jeder einen Namen zieht, um denjenigen dann zu beschenken.“ 25 Menschen ein vernünftiges Weihnachtsgeschenk zu machen sei einfach nicht möglich, so der Prinz. „Und überhaupt kommt es ja auch in erster Linie darauf an, den anderen zu zeigen, dass man an sie gedacht hat.“

In Merode wird auch am zweiten und dritten Weihnachtstag noch gefeiert. „Während am ersten Weihnachtstag wirklich nur die engere Familie zusammenkommt, haben wir am zweiten und dritten Tag ein offenes Haus - für alle Verwandten und Freunde.“

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