Düren - Wie eine Bibel für Dürens Kaufleute

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Wie eine Bibel für Dürens Kaufleute

Von: Ingo Latotzki
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Die Struktur des Dürener Handels im Blick: Citymanager Wilhelm Streb, Stadtplaner Marcus Steffens, Geschäftsmann und Cityma-Vorstand Uwe Gunkel (von links). Foto: Ingo Latotzki

Düren. Es ist, wenn man so will, die Bibel für alle Einzelhändler und Geschäftsleute. 44 Seiten, Text, Grafiken, Tabellen: Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Düren. Hinter diesem eher sperriger Titel in schönstem Behördendeutsch verbirgt sich gewissermaßen eine Anleitung für alle, die in Düren ein Geschäft, gleich, welcher Art, eröffnen wollen.

Dazu gibt es nämlich ziemlich genaue Regeln.

„Eine Stadt muss ein stückweit steuern können, in welcher Form sich Handel ansiedelt”, sagt Uwe Gunkel, Vorstandsmitglied bei der Cityma Düren und selbst Einzelhändler auf der Wirtelstraße.

Die Mischung, so Gunkel, müsse stimmen. Kleine und Große, möglichst viele Sortimente, nicht zu viele gleichartige Angebote auf einem Fleck.

Unter anderem um diese Dinge zu regeln, hat sich die Stadt das Einzelhandels- und Zentrenkonzept gegeben. Es listet zunächst auf, welche Geschäfte in der unmittelbaren City vertreten sind, aber auch, wie es in den Stadtteilen aussieht.

„In den letzten 20 Jahren hat sich die Einzelhandelsfläche in Düren verdoppelt”, weiß Uwe Gunkel, „bei gleichen Umsätzen.” Das führe zu einem erheblichen Druck, „1b- und 1c-Lagen saufen ab”, sagt Gunkel.

So hat der Geschäftsmann in der Vergangenheit eine „explosionsartige Vermehrung von Discountern” beobachtet, die mehr und mehr Angebote machten wie der Einzelhandel auch. Eine Kommune wie Düren hat die Möglichkeit zu verhindern, dass ein Discounter in Düren neu baut.

Über den Bebauungsplan ist geregelt, wie Gebäude beschaffen sein müssen, etwa von ihrer Größe. Zudem können bestimmte Nutzungen ausgeschlossen werden, vor allem dann, wenn ein Interessent so genannte zentrenrelevante Sortimente anbieten will. Darunter versteht die Geschäftswelt Angebote, die so auch in der City gemacht werden.

„Wir müssen den Besatz in der Innenstadt schützen”, sagt Stadtmanager Wilhelm Streb. Deshalb, ergänzt Marcus Steffens, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, greife die Kommune korrigierend ein. Immer, so betonen die Fachleute, hätte sich die Stadt von der rage: Was ist verträglich für Düren? leiten zu lassen.

Und das versucht das Einzelhandelskonzept zu regeln. Beispiel Ellernbusch: Im Westen Dürens gibt es einen großen Discounter und drumherum verschiedene andere Geschäfte.

„Dort ist die Einzelhandelsnutzung abgeschlossen”, sagt Marcus Steffens. Es gibt genug Handel an dieser Stelle, noch mehr „wäre schädlich”, sagt Citymanager Streb.

Das Einzelhandelskonzept dient auch denen als Leitfaden, die mit dem Gedanken spielen, sich in Düren anzusiedeln. Es sagt einiges darüber aus, was geht und was nicht.

Die Stadt, erzählt Abteilungsleiter Steffens, erhalte immer wieder Anfragen für Neuansiedlungen, vor allem größerer Anbieter, die auch in anderen Städten vertreten sind. „Mit unserem Konzept haben sie Planungssicherheit”, sagt Steffens.

Die jetzigen Ausarbeitungen sind freilich nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. In einigen Jahren werden sie überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

Das ist dann doch ein Unterschied zur eingangs erwähnten Bibel. Die wird nämlich so schnell nicht umgeschrieben.

Die Stadt und ihre Zentren

Das Stadtgebiet Düren unterliegt einer bestimmten Zentrenhierarchie. Die Innenstadt ist das Hauptzentrum und soll „ein breites Spektrum an Waren- und Dienstleistungen” anbieten.

Dazu gibt es Nahversorgungszentren wie Birkesdorf, Gürzenich und Lendersdorf. Das Angebot hier ist an eher kurzfristigem Bedarf orientiert.

Neben diesen Informationen bietet das Einzelhandelskonzept auch eine Auflistung über die Kaufkraft in den Stadtteilen pro Einwohner und pro Jahr.

Birkesdorf kommt mit seinen gut 8000 Einwohnern auf rund 17 Millionen Euro.

Mariaweiler als kleiner Ortsteil (1300 Einwohner) bringt es 2,7 Mio. Euro.

Auch an diesen Werten orientiert sich die Kommune bei der Frage, wie ein Angebot strukturiert sein sollte.

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