Birkesdorf - Wenn Vereinssport in die Schule geht

Wenn Vereinssport in die Schule geht

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Jakob Ernst, Rolf Klees und Marco Kreutz (v.l.) kennen die Handballszene sehr genau.
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Simon Ernst spielt mittlerweile beim VfL Gummersbach.

Birkesdorf. „Den Aufwand, den wir betreiben müssen, um Kinder für Handball im Verein zu gewinnen, ist schon enorm hoch. Viel höher als früher.“ Marco Kreutz ist Jugendleiter der Handballabteilung beim Birkesdorfer Turnverein und weiß genau, wovon er spricht.

„Wir haben derzeit um die 80 Kinder und Jugendliche, die bei uns Handball spielen“, sagt Kreutz. „Aber in den vergangenen zehn Jahren ist diese Zahl schon stark zurückgegangen.“ Trotzdem scheint die Jugendarbeit beim BTV noch zu funktionieren. Über 80 Prozent der Spieler aus der ersten Herrenmannschaft sind Eigengewächse, viele so wie Jakob Ernst (22) haben bei den „Minis“ in Birkesdorf angefangen.

Gute Trainer

„Wir haben vor einigen Jahren“, so Rolf Klees (74), seit 60 Jahren in Sachen Handball unterwegs, „viel in unsere Jugend investiert. Und auch gute Trainer engagiert, damit hier in Birkesdorf vernünftig trainiert werden kann. Das zahlt sich heute aus.“ Es sei darüber hinaus sehr wichtig, so Klees weiter, den Jugendlichen auch eine vernünftige Perspektive im Verein zu bieten. Klees: „Unsere erste Mannschaft spielt jetzt in der zweiten Saison Oberliga. Das ist natürlich ein Ansporn für die jungen Spieler, wenn sie wissen, dass sie da vielleicht irgendwann einmal hin können. Genau wie die zweite Mannschaft, die immerhin in der Kreisliga oben mitspielt.“

Um die Jugendlichen zu begeistern, muss aber noch viel mehr passieren. Marco Kreutz: „Die Kinder sind heutzutage einfach mit der Schule viel mehr eingebunden als früher. Weil sie viel länger Schule haben.“ Über Jahrzehnte, so der Jugendleiter, habe das Training der „Minis“ immer um 15 Uhr stattgefunden. „Das geht aber nicht mehr, weil auch Grundschüler und Kindergartenkinder oft erst später nach Haus kommen. Vor 16 Uhr können wir heute kein Kind mehr erreichen.“ Es sei denn, der Sportverein geht in die Schule.

Ähnlich wie beispielsweise die Musikschule, die in verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen im Kreis Düren mittlerweile spezielle Musikklassen anbietet, suchen auch immer mehr Sportvereine den Kontakt in die Schulen. Marco Kreutz: „Wir haben mittlerweile Arbeitsgemeinschaften in der Grundschule in Birkesdorf und der Realschule Bretzelnweg, die von unseren eigenen Trainern betreut werden.“ Darüber hinaus verteilt der Verein Flyer an verschiedenen Grundschulen, um so neue Mitglieder zu gewinnen. „Es ist wirklich nicht einfach“, so Kreutz.

Ob es auch daran liegt, dass die goldenen Dürener Handballzeiten, als beispielsweise Düren 99 in der Regionalliga gespielt hat, wollen Marco Kreutz, Rolf Klees und Jakob Ernst nicht bestätigen. Jakob Ernst: „Es ist schwer zu sagen, warum nicht mehr so viele Leute Handball spielen. Ich glaube einfach, dass es daran liegt, dass viele Vereine überhaupt keinen Handball mehr anbieten. Sondern nur noch Fußball.“ Überhaupt, ergänzt Marco Kreutz, würde die Zahl von Freizeitangeboten immer weiter zunehmen. „Die Kinder haben oft andere Interessen.“

Besseres Sozialverhalten

Dabei, so der Jugendleiter, der rund zehn Stunden in der Woche für den Handball unterwegs ist, sei ein Mannschaftssport doch so wichtig für die Entwicklung eines Kindes. „Bei uns lernen schon die Kleinsten Teamfähigkeit, und dass man sich aufeinander verlassen können muss. Wenn wir mit den Kindern zu einem Turnier fahren und drei kommen nicht mit, können wir nicht spielen.“ Jakob Ernst ergänzt: „Der Sport prägt einen einfach sehr. Ich habe fast meinen kompletten Freundeskreis beim Handball.“

Und damit das auch so bleibt, hat auch Jakob Ernst mittlerweile Verantwortung im Verein übernommen. Er spielt nicht nur in der ersten Mannschaft, sondern trainiert auch die A-Junioren. „Mir liegt der Handball im BTV einfach sehr am Herzen. Deswegen engagiere ich mich dafür.“ Und genau dieses Engagements braucht ein Club auch, um so erfolgreich arbeiten zu können wie der BTV.

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