Gürzenich - Wenn Kunst auf Natur trifft

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Wenn Kunst auf Natur trifft

Von: Ingo Latotzki
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Zwei Holzskulpturen durch einen Zaun gesehen. Der romantische Schillingspark in Gürzenich wird über die Pfingsttage wieder zum „Parkraum”. 38 Künstler werden ihre Arbeiten in die Natur integrieren. Der Veranstalter rechnet mit mehr als 2000 Besuchern. Foto: Ingo Latotzki

Gürzenich. Irgendwann vor etwa 20 Jahren klingelt Pit Goertz am Weyerhof in Gürzenich und sagt der Besitzerin: „Ich brauch´ mal Ihren Park - für sechs Wochen.” „Kommen Sie rein”, hat Gisela Schüll damals gesagt, es war ein freundlicher Empfang, ein paar paar Gespräche folgten und bis heute hat Pit Goertz den Park schon zehn Mal bekommen.

Für seine internationalen Skulpturen-Ausstellungen. Jetzt, über Pfingsten, ist es wieder soweit: „Parkraum”, die Zehnte.

Kunst trifft Natur und umgekehrt.

„Beides gibt sich gegenseitig eine Bühne”, sagt Pit Goertz, der über die Pfingsttage selbst einige seiner Skulpturen ausstellen wird. 38 Künstler sind es insgesamt, die ihre Arbeiten präsentieren, mal direkt sichtbar, weil am Wegesrand gelegen, dann aber auch hin und wieder versteckt. „Man kann sich die Arbeiten erwandern”, sagt Goertz.

Er kennt die Künstler alle. Er kennt sie alle aus dem Effeff. Zu jedem kann der Gürzenicher eine kleine Geschichte erzählen. Und zu ihren Arbeiten. Berthold Welter zum Beispiel hat eine Steinbank gefertigt, die es locker auf eine halbe Tonne bringt. „Die ist mit einem Kran aufgestellt worden”, sagt Goertz, nimmt Platz und schaut aufs Wasser.

Künstler forschen

Da, auf dem kleinen Weiher, wird sich auch Kunst abspielen. Dieter Kall und Anja Voigt richten ein schwimmendes Kunstlabor ein, in dem oder besser auf dem sie forschen werden. Wie verhalten sich Tiere, die sich im oder am Wasser aufhalten, wenn sie mit Kunst konfrontiert werden? Die beiden Künstler werden beobachten, auch das Publikum, das vorüber geht und die einzelnen Objekte begutachtet. Metall-Installationen und Holzskulpturen in der Hauptsache. „Wir haben es hier mit einer romantischen Situation zu tun”, sagt Goertz und lässt den Blick schweifen.

Vieles ist an diesem Mittwoch schon aufgebaut, gerade sind zwei Künstler aus Dürens Partnerstadt Valenciennes dabei, ihre Installation am Ufer eines kleinen Sees aufzubauen. Die Werke wirken in der Landschaft weder aufdringlich noch dominant. So soll es sein. „Der Park braucht uns nicht”, sagt Goertz, „die Natur kommt prima ohne uns aus.” Auch das stimmt. Und doch hat man den Eindruck, als fügten sich die Kunstwerke in den Naturkreislauf, es sieht aus, als gehörten sie dazu, als stünden die Kunstwerke immer da.

Vielleicht hat Pit Goertz auch deshalb kein Problem, den Schillingspark zu bekommen, immer wieder.Wie vor 20 Jahren schon.

„Parkraum” ist am Samstag von 14 bis 18, Sonntag und Montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: vier Euro (ermäßigt zwei), Kinder bis zwölf Jahre zahlen nichts. Pfingstsonntag gibt es um 15 Uhr eine Tanzaufführung von Rahel Weißmann.

Gürzenicher Künstler Pit Goertz ist Macher von „Parkraum”

Der Gürzenicher Bildhauer Pit Goertz ist der Ausstellungsmacher im Schillingspark. Der 54-jährige hat als Kind im Schillingspark gespielt und bietet „Parkraum” seit 1990 an.

Damals kamen Künstler aus Frankreich, Dänemark und Deutschland, dazu 2500 Besucher. Damit wäre Goertz auch jetzt bestimmt wieder zufrieden.

Die jetzige Kunstschau ist eine Messe; das heißt: die Werke können gekauft werden.

Der Schillingspark wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von königlichen Oberförster Thimoteus Josef Schillings gestaltet. Das idyllische Gelände mit vorwiegend europäischen Laubhölzern, mehreren Teichen und historischen Gebäuden ist 30 Hektar groß und normalerweise nicht zugänglich.

Unser Bild zeigt Pit Goertz auf einer Steinbank des Künstlers Berthold Welter.

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