Düren - Wenn Düren leuchtet, zahlt die Stadt drauf

Wenn Düren leuchtet, zahlt die Stadt drauf

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Im Jahr 1991 war es, als die Stadt Düren ihrer Tochter Stadtwerke die Straßenbeleuchtung überlassen hat. Der Auftrag: Kümmert Euch.

Dem sind die Stadtwerke, die zwischenzeitlich mehrheitlich vom RWE übernommen worden sind, bis heute nachgekommen. Und gut dabei verdient haben die Stadtwerke an dem Deal offenbar auch.

Als im vergangenen Jahr die Unternehmensberater Rödl & Partner die Ausgaben der Stadt auf den Kopf gestellt und sich auf mögliche Einsparpotenziale gestürzt haben, fanden sie Verblüffendes heraus: Jedes Jahr könnte die Stadt mehr als 900.000 Euro einsparen, wenn sie sich wieder selbst um die Straßenbeleuchtung kümmert. Die Rödl-Rechnung ist sehr simpel: jede der 10.330 Straßenlaternen kostet derzeit 169,55 Euro im Jahr. In der günstigsten vergleichbaren Kommune hingegen nur 93,90 Euro.

Zurück in städtische Hand

Und das liegt nicht an den Energiekosten, sondern vor allem an den reinen Unterhaltskosten, die in Düren mit 105,66 Euro zu Buche schlagen, in der günstigsten vergleichbaren Kommune hingegen nur mit 36,53 Euro. Der Vorschlag von Rödl: Die Straßenbeleuchtung müsste wieder in städtische Hand und dann von Tiefbauamt und Dürener Service-Betrieb betreut werden.

Erst zum 31. Dezember 2011 kann aber der Vertrag zwischen Stadt und Stadtwerke wieder gekündigt werden. Aber auch da sagt Rödl: Schneller ist besser und deshalb solle sich die Stadt als Mitgesellschafter der Stadtwerke mit den anderen Gesellschaftern (zum Beispiel RWE) über eine vorzeitige Auflösung des Vertrages verständigen.

Stattdessen verhandeln die Stadtwerke mit der Stadt über eine Verlängerung des Vertrages. „Zu den Details und Inhalten können wir keine Angaben machen”, sagt Jürgen Schulz von den Stadtwerken. Allerdings habe man ein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung vorgelegt.

Und Vertriebsleiter Ingo Vosen: „Meines Wissens gibt es keine Gespräche über eine Auflösung des laufenden Vertrags.” Das würde aus Sicht von Vosen auch nur begrenzt Sinn machen, da er die von Rödl vorgelegten Zahlen stark bezweifelt. Zum Beispiel, weil in der vergleichbaren Kommune aus Ostdeutschland in Straßenbeleuchtung in den letzten Jahren komplett erneuert wurde. Vosen: „Der in der Pauschale berücksichtigte Erneuerungsaufwand fällt dort überhaupt nicht an.”

„Geringere Einsparung”

Gar nicht erwähnt würde bei dem Vergleich auch, dass die Stadtwerke auf ihre Dienstleistungen für die Stadt Mehrwertsteuer bezahlen müsse - ein Eigenbetrieb der Stadt hingegen nicht. Noch nicht, wie Vosen betont. „Wer die Koalitionsverhandlungen im Bund aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass das künftig anders werden soll”, so Vosen. Das würde aber bedeuten, dass die Verlagerung der Dienstleistung zum DSB eine geringere Einsparung erbringen könnte, als von der Stadt erhofft.

Einsparung ist allerdings Einsparung. „Der Ratsbeschluss steht: Der Vertrag soll zurückgenommen werden. Wir wollen die Rekommunalisierung der Straßenbeleuchtung”, sagt Helmut Göddertz, Pressesprecher der Stadt. „Für uns stehen naturgemäß die Kosten im Vordergrund”, so Göddertz und verweist auf mehrere Optionen - eine davon könnte wohl auch die Verlängerung des Vertrages mit den Stadtwerken sein - wenn denn die Konditionen stimmen.
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