Wenn aus Philipp ein Eisverkäufer wird

Von: Sandra Kinkel
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Pferdewirtin, Feuerwehrmann, Köchin und Eisverkäufer: Fotograf Andrej Kleer hat gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein außergewöhnliches Fotoprojekt initiiert. Die Schau wird Ende Juni in der Christuskirche gezeigt. Foto: Andrej Kleer
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Pferdewirtin, Feuerwehrmann, Köchin und Eisverkäufer: Fotograf Andrej Kleer hat gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein außergewöhnliches Fotoprojekt initiiert. Die Schau wird Ende Juni in der Christuskirche gezeigt. Foto: Andrej Kleer
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Pferdewirtin, Feuerwehrmann, Köchin und Eisverkäufer: Fotograf Andrej Kleer hat gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein außergewöhnliches Fotoprojekt initiiert. Die Schau wird Ende Juni in der Christuskirche gezeigt. Foto: Andrej Kleer
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Pferdewirtin, Feuerwehrmann, Köchin und Eisverkäufer: Fotograf Andrej Kleer hat gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein außergewöhnliches Fotoprojekt initiiert. Die Schau wird Ende Juni in der Christuskirche gezeigt. Foto: Andrej Kleer
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Freuen sich auf die Ausstellung in der Christuskirche: Pfarrerin Vera Schellberg, Alexandra Kosma, Andrej Kleer, Roswitha Noll-Gielen und Gabi Langen (v.l.). Foto: kin

Düren. „Kinder sind einfach unberechenbar. Wenn etwas passiert. was sie interessiert, dann vergessen sie alles andere. Darauf musste ich mich einstellen.“ Andrej Kleer (27) aus Merzenich hat in Köln Fotografie und Design studiert und arbeitet heute freiberuflich als Fotograf in den Bereichen Reportage und Porträt.

Menschen sind das große Thema seiner Arbeit. Und um Menschen, genauer gesagt um Kinder, geht es auch in seinem aktuellen Fotoprojekt, das er gemeinsam mit der Evangelischen Kindertagesstätte in Düren umgesetzt hat.

„Wir haben zu Beginn des Projektes Kinder aus unserem Kindergarten gefragt“, so Gabi Langen von der Kita, „was sie gerne tun würden, wenn sie einen Tag groß wären.“ In sechs der von den Jungen und Mädchen genannten Berufe hat Andrej Kleer die Knirpse dann fotografiert.

Der Fotograf und die Verantwortlichen von der Kirchengemeinde haben sich für die Tätigkeiten Eisverkäufer, Pferdewirt, Feuerwehrmann, Rockstar, Koch und Bauarbeiter entschieden, Alexandra Kosma, Journalistin und Designerin, hat dafür gesorgt, dass die Jungen und Mädchen für ihr Foto-Shooting das richtige Outfit hatten.

„Anfangs“, sagt Andrej Kleer, „waren die Kinder sehr zurückhaltend. Aber das hat sich dann schon ziemlich schnell gegeben.“ Als er beispielsweise die Jungen und Mädchen in der Großküche der Evangelischen Gemeinde fotografiert hat, hat er ihnen gesagt, dass sie jetzt Küchenchef sind und bestimmen dürfen. „Die Kinder mussten sich in ihre neue Rolle natürlich erst hineinfinden. Aber irgendwann ist ihnen das dann gelungen. Und man hat den Kindern ihre Rolle, ihren neuen Beruf wirklich abgenommen“, so Kleer.

Die eigentliche Idee zu dem außergewöhnlichen Fotoprojekt hatte Pfarrerin Vera Schellberg. Andrej Kleer hat in Düren schon einmal eine Ausstellung gemacht, in dem Zusammenhang ist die Theologin auf ihn aufmerksam geworden. Damals hat Kleer Bewohner des Anna-Schoeller-Hauses mit Gegenständen des modernen Lebens fotografiert – im Fast-Food-Restaurant, mit Spielekonsole und iPod.

„Diese Ausstellung“, sagt Vera Schellberg, „habe ich sowohl mit Jugendlichen als auch mit Senioren besucht. Alle waren gleichermaßen begeistert. Und so ist bei mir der Gedanke entstanden, diese Idee weiterzuentwickeln.“ Die entstandenen Fotos, so Schellberg, setzten zwar Grenzen. „Sie spielen aber auch gleichzeitig mit fest gefahrenen Vorstellungen. Und das macht für mich den Reiz aus.“

Die Kinder, die fotografiert worden sind, hatten an dem Projekt jede Menge Spaß. Gabi Langen: „Besonders als wir das Shooting in einer Diskothek hatten, waren die Jungen und Mädchen mit Feuereifer bei der Sache. Weil sie zwischendurch immer das Schlagzeug ausprobieren durften.“ Auch die Eltern, so Langen weiter, hätten sehr positiv auf das Foto-Projekt reagiert. „Alle haben ihr Einverständnis gegeben. Wir sind wirklich rundum auf eine sehr gute Resonanz gestoßen.“

Um gute Fotos von den Kindern zu bekommen, musste Andrej Kleer ziemlich schnell arbeiten. „Die Kinder waren meistens nur 30 Minuten aufnahmefähig. Das musste ich bei meiner Arbeit berücksichtigen. Und das war übrigens bei den Senioren, mit denen ich für mein erstes Projekt gearbeitet habe, ganz ähnlich.“

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