Wenn aus einem Putzlappen Kunst wird

Von: Sandra Kinkel
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Klaus Dauven, Kunstpreisträger des Kreises Düren, stellt Arbeiten zum Thema „entfernt“ vor. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Es ist eine Ausstellung mit jeder Menge Lokalkolorit. Am Sonntag wurde im Leopold-Hoesch-Museum in Düren die aktuelle Frühlings- und Sommerausstellung mit dem Titel „Konzeption Landschaft“ eröffnet. Gezeigt werden Arbeiten von Axel Kasseböhmer und Heinz Mack, aber eben auch Werke des bekannten Dürener Malers Ernst Ost und des Kunstpreisträgers des Kreises Düren, Klaus Dauven.

Ernst Ohst gehört ohne Zweifel zu den berühmtesten Dürener Künstlern. Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann: „Es gibt wohl keinen weiteren Künstler, der so untrennbar mit Düren verbunden ist wie Ernst Ohst. Der Nachlass des berühmten Düreners mit über 2000 Tuschzeichnungen, Aquarellen und Grafiken hat die Victor-Rolff-Stiftung erworben und dem Museum zur Verfügung gestellt.

Anlässlich Ohsts 100. Geburtstags, den der Dürener in diesem Jahr gefeiert hätte, zeigt das Museum einige seiner Arbeiten, darunter auch viele Zeichnungen und Bilder, die Ohst in Düren und der Eifel gezeigt hat.

„Entfernt“ nennt Klaus Dauven seinen Teil der Frühlings- und Sommerausstellung, und dieser Titel trifft den Kern Dauvens Arbeiten auf den Punkt. Der Mann, der sonst mit dem Hochdruckreiniger unterwegs ist und weltweit beispielsweise an großen Staumauern natürliche Patina abträgt und so seine „Zeichnungen“ entstehen lässt, zeigt in Düren auch Fotografien „natürlicher Windzeichnungen“. Durch den Wind reiben Blätter und Äste von Bäumen oder Sträuchern an Mauern und anderen von Menschen erbauten Oberflächen. Werden die Gehölze gefällt, sterben sie ab oder verlieren sie ihr Laub. treten die Spuren dieser „Kontaktaufnahme“ zwischen Natur und Zivilisation zu Tage. Das sind die von Klaus Dauven entdecken Windzeichnungen, bei denen er eine erstaunliche Formensprache und dynamische Strichführung erkennen lässt.

Kunst auf Verkehrsschildern

Darüber hinaus hat Klaus Dauven – natürlich mit der Genehmigung der Gemeinde Kreuzau – alte Verkehrsschilder, die auch stark verschmutzt waren, mit seinem Hochdruckreiniger bearbeitet, und so ganz erstaunliche Kunstwerke geschaffen. Darüber hinaus ist auch ein riesiger Putzlappen Teil seiner Ausstellung. Klaus Dauven: „Ich habe das Tuch direkt aus der Fabrik bekommen, mein Problem war, es erst einmal richtig dreckig zu bekommen.“ Kurzerhand hat Klaus Dauven mit dem riesigen Lappen Rohre am Stausee in Schwammenauel „poliert“. Anschließend hat er mit Hilfe einer Schablone auf den überdimensionierten Lappen eine Eifellandschaft „gezeichnet“.

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