Wenig Regeln und vor allem: viel Spaß

Von: Guido Jansen
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Die jungen Kickerinnen und Kicker aus Maiaweiler proben schon, was ab dem Sommer neu eingeführt wird: Fußball nach den Fair-Play-Regeln. Foto: Guido Jansen

Kreis Düren. So muss Fußball im Urzustand ausgesehen haben: Wenig Regeln und viel Spaß. Auf diese Weise läuft das muntere Trainingsspielchen, das die Mädchen und Jungen aus der F-Jugend von Rhenania Mariaweiler gerade spielen, ab.

Trainer Theo Knott steht daneben, beinahe beschäftigungslos. „Die Kids regeln das von selbst”, erklärt er, warum er nur ganz selten eingreifen muss. Was sich dieser Tage beim Training in der Turnhalle der Anne-Frank-Gesamtschule abspielt, soll ab dem Sommer auch auf dem grünen Rasen Realität werden. In den Altersklassen Bambinis und F-Junioren sollen die Kinder ihr Spiel alleine leiten. Ganz ohne Schiedsrichter.

Der Nachwuchs aus Mariaweiler zeigt sich zunächst skeptisch, als er mit dieser Idee konfrontiert wird. „Und was ist, wenn mein Gegner liegen bleibt, nachdem ich ihn gefoult habe?”, fragt ein kleiner Rhenane. „Dann helfe ich”, sagt Knott intuitiv. Und genau so soll es ablaufen. Die Trainer sollen darauf achten, dass ihre Schützlinge die Fair-Play-Regeln einhalten. „Ich bin mir sicher, dass das funktionieren kann”, so der Nachwuchstrainer, der zudem noch als Schiedsrichter Nachwuchsspiele leitet.

So wie Theo Knott denken offenbar viele erfahrene Trainer von Junioren-Teams. „Es wird vielleicht etwas dauern, bis alle das neue Prinzip verinnerlicht haben”, mutmaßt Ingo Müller, der Jugendleiter beim in Sachen Nachwuchsarbeit erfolgreichsten Verein der Region, dem FC Niederau. „Aber im Kreis Aachen klappt es auch schon.”

Müller, der seit 31 Jahren erfolgreich mit den Niederauer Nachwuchs arbeitet, sieht mehrere positive Aspekte. Der erste liegt im Verhalten der Eltern. Die versuchen nämlich gerade bei den ganz Kleinen, viel Einfluss von außen zu nehmen. „Da wird es schon mal häufiger laut”, bestätigt Matthias Krings. Der 18-Jährige betreut die kleinsten Kicker beim FCN. Und er hat schon häufiger beobachtet, dass die meist gut gemeinten und lautstark mitgeteilten Ratschläge der Eltern kontraproduktiv sind. „Sie setzen die Kinder damit zu sehr unter Druck”, sagt der Jung-Trainer.

Auch dem soll mit den Fair-Play-Regeln vorgebeugt werden. Die Eltern dürfen nicht mehr direkt am Spielfeldrand stehen, sondern müssen sich hinter einer Barriere positionieren. Lautes Rufen von Anweisungen ist ebenfalls nicht erwünscht. „Da kommt oft Hektik auf”, weiß Theo Knott aus seiner Erfahrung als Schiedsrichter. Zum Beispiel wenn der Unparteiische kritisiert wird. Dann geben die Eltern unbewusst ein schlechtes Beispiel für ihre Kinder ab.

Je älter die Kinder, desto ruhiger die Eltern an der Seitenlinie. Das hat FCN-Jugendleiter Müller schon häufig beobachtet. Ein Aspekt, den Müller für wesentlich hält, ist das Wegnehmen von Druck. Die Kinder sollen ohne die Motivation, ausschließlich um Tore und Punkte zu kämpfen, kicken.
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