Wasserschutz für Kreuzau wird entschieden verbessert

Von: Margret Vallot
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Bedrohlich: Hochwasser in Nied
Bedrohlich: Hochwasser in Niederdrove. Dort wird sich die Situation erheblich entspannen, wenn das neue Hochwasserrückhaltebecken einmal fertig ist. Foto: Margret Vallot

Kreuzau. Wer im unteren Bereich von Drove wohnt, in Niederdrove und in Kreuzau, der kann sich freuen. Wer dort zu Hause ist, kann bald ruhiger schlafen, denn die Gefahren durch Überschwemmungen werden demnächst gebannt sein.

Zwischen Kreuzau und Nideggen ist zur Zeit eine Art Kraterlandschaft entstanden, dort wird seit November ein Regenrückhaltebecken größeren Ausmaßes gebaut. Ende Juli soll es fertig sein. Gestern trafen sich Mitglieder aus Rat und Verwaltung von Kreuzau und die Spitzen des Wasserverband Eifel-Rur (WVER) an der Baustelle, um sozusagen den ersten Spatenstich nachzuholen, den es aus terminlichen Gründen nicht gegeben hatte.

Und anders als sonst beim ersten Spatenstich einer Großbaustelle war gestern von dem Projekt schon viel zu sehen. Das Rückhaltebecken „haben wir in Kreuzau seit Jahren, ja seit Jahrzehnten herbeigesehnt”, sagte Kreuzaus Bürgermeister Walter Ramm und erinnerte an das schreckliche Hochwasser des Jahres 2005, als reihenweise Keller unter Wasser standen, Heizöl aus schwimmenden Tanks ins Wasser floss und eine Verwandte von der Feuerwehr aus dem vollgelaufenen Keller gerettet werden musste.

Schlimme Geschichten von Wasserfluten, als 60 Liter pro Sekunde niedergingen, als Sandsäcke geschleppt werden mussten erzählte auch Rolf Seel (MdL), der dem Vorstand des WVER angehört.

Ins Becken geleitet

Allein, die Not hat bald ein Ende, es werden immerhin 1,6 Millionen Euro investiert. 60 Prozent davon kommen vom Land Nordrhein-Westfalen, 40 Prozent zahlt der Wasserverband, der es von seinen Mitgliedern bekommt. Das neue Regenrückhaltebecken ist übrigens „nur ein Baustein im Hochwasserschutz”, so Professor Dr.-Ing Wolfgang Firk vom WVER. Weitere Maßnahmen seien schon geplant, zum Beispiel am Drover Bach.

Gebändigt durch das neue Becken wird einmal der Wiesenbach, ein kleines Gewässer von etwa 3,5 Kilometer Länge. Er entspringt südlich von Drove und fließt westlich von Drove entlang der L 249. Er mündet, vor Kreuzau nach links abknickend, in den Kreuzauer Mühlenteich. Das Becken, das gerade gebaut wird, wird „bei einem Hochwasserereignis”, wie die Experten sagen, volllaufen. Vom Abhang herunter kommt zusätzlich übrigens noch der Heidegraben, der ebenfalls unterbrochen und in das Becken geleitet wird.

Das Becken verfügt über ein Auslaufbauwerk, das einen Wasserzufluss von bis zu zwei Kubikmetern pro Sekunde auf einen Abfluss von 800 Litern in den dann weiter an der L249 entlanglaufenden Wiesenbach herabdrosselt. Bei dem Becken handelt es sich um ein Erdbecken mit kleinem Damm. Es hat ein Volumen von 10 500 Kubikmetern. Eine Hochwasserentlastung in Form eines Überlaufs befindet sich parallel zur L249. Die Sohle des Beckens und Teile der Böschung sind besonders abgedichtet, weil sich das Becken in einem Wasserschutzgebiet befindet.

Bachlauf stabilisiert

Mehrere Wirtschaftswege kreuzen den Wiesenbach, sie münden in die L249. Der Bach wird unter den Wegen hindurch geführt. Auch diese Durchlässe wurden optimiert, damit Wasser schneller abfließen kann. Außerdem wurde noch das Profil des Wiesenbachs parallel zur L249 stabilisiert. Die Gewässerböschung zum Radweg wurde unter finanzieller Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau NRW durch eine Spindwand und durch Wasserbausteine gesichert. Viele Autofahrer haben diese Bauarbeiten in den letzten Monaten beobachten können.
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