Acubi Freisteller

Wasserkraft-Befürworter hoffen auf eine faire Chance

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
5083928.jpg
r
5078581.jpg
b
5083928.jpg
r

Heimbach. „Wir alle sind dazu aufgefordert, in unserer schönen Eifel die Energiewende zu unterstützen und zu fördern.“ Mit diesen Worten beginnt eine Stellungnahme der Initiative „Pro Pumpwasserkraftwerk“ (WSKW), die an den Regionalrat geschickt wurde.

Als die Staumauern gebaut worden seien und der heutige Rursee in seiner jetzigen Form entstanden sei, habe es auch Gegner zu diesem Projekt gegeben. „Kein Mensch wollte dieses Bauwerk haben, das in unserer Region nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch viel Erholungswert geschaffen hat und aus dieser gar nicht mehr herauszudenken ist“, heißt es in der Stellungnahme.

Keiner wolle heute mehr wahrhaben, dass es sich beim Rursee um ein Industriegewässer handelt, künstlich erschaffen und im Ursprung dazu dienlich, Überschwemmungen zu verhindern und Wasser zu speichern. Es sei ein Glück für Simmerath, Heimbach und Nideggen, ein Glück für die Nordeifel, dass sich die Gegner und Bangemacher seinerzeit nicht durchgesetzt hätten.

Und weiter: Es müsse selbst Laien klar sein, dass das Kraftwerk nicht in schlammigem Wasser arbeiten könne, da würde die Technik versagen. Kein Unternehmen werde in einen Standort Geld investieren, an dem sein Kraftwerk in kürzester Zeit durch Schlamm in den Turbinen zerstört würde.

Man möge auch nicht vergessen, so Ursula Derichs-Lavalle, die den Brief unterschrieben hat, dass das geplante Wasserspeicherkraftwerk eine Chance für neue Arbeitsplätze - und das nicht nur während der Bauphase - in der Region bedeute. Hier gehe es „um unsere Verantwortung, die wir den nachfolgenden Generationen schuldig sind“ und um die sich bietende Chance, dem rasanten Fortschreiten des demografischen Wandels entgegenzuwirken. Es würde mit Sicherheit auch interessanter für die Jugend werden, bereits bestehende Firmen, Geschäfte und Restaurants weiterzuführen und Immobilien selbst weiter zu nutzen, wenn sie eine berufliche Perspektive für sich sehen würden.

Dass die Eifeler immer schon Pendler gewesen seien, das sei in der heutigen Zeit kein Argument. Eine moderne Gesellschaft sei in der Pflicht, jungen Menschen die Heimat – auch als Existenzgrundlage – zu erhalten, sonst sei eines Tages die Folge, dass noch viel mehr Wohnhäuser zum Verkauf stehen und der Eifel durch die vielen Abwanderungen die wenige, restliche Existenzgrundlage, die jetzt noch vorhanden sei, ganz entzogen werde.

„Das Jahrhundertbauwerk würde für die gesamte Städteregion Aachen und den Kreis Düren nicht nur Arbeitsplätze während der rund fünfjährigen Bauphase bedeuten, sondern gleichfalls für viele ansässige Firmen in der Region vielfältige Möglichkeiten für neue Aufträge.“ Wenn zehn Prozent der Investitionssumme von 700 Millionen Euro in der Region bleiben, seien das 70 Millionen Euro, die ebenso an Ingenieurbüros wie an Landschaftsgärtner und Pensionen, Elektriker und Tiefbauunternehmen gehen.

Die Chancen, die das Projekt biete, im Keim zu ersticken, das sei grob fahrlässig. Natürlich müsse sichergestellt werden, „dass der Rursee auch nach dem Bau des Kraftwerkes noch Touristenattraktion, Segel- und Angelrevier ist, die Wasserqualität gut oder vielleicht sogar besser als die heutige ist“. Aber wenn alle diese Vorgaben erfüllt werden, dann solle dieses Kraftwerk bitte kommen.

In Deutschland, daran erinnert die Initiative in ihrem Schreiben an den Regionalrat, laufen erfolgreich seit über 50 Jahren insgesamt 30 WSKW, in denen man angeln, segeln und schwimmen könne. An einigen anderen Kraftwerken werde Wassersport erfolgreich und teilweise in größeren Ausmaßen als am Rursee, betrieben. Auch das Drachenbootfahren, was an der Woffelsbacher Bucht betrieben werde, habe dort Tradition und werde teilweise noch ausgiebiger genutzt.

„Aus welchem Grund soll das denn hier in der Eifel anders sein?“, so die Frage. Wenn man nach Norwegen oder in die anderen nordischen Länder blicke, reibe man sich vor Staunen die Augen, wie viel Energie dort aus den WSKW gewonnen werde. „Aber fährt denn deswegen dort niemand mehr als Tourist hin?“

Erdkabel angeblich sicher

Ein Kraftwerk am Rursee sei hunderttausend mal besser als das unsichere AKW in Lüttich oder die bestehenden AKW’s im Rheingau an der französischen Grenze, so wird weiter argumentiert. Und sollten wirklich noch Menschen glauben, es sei damit getan, dass die AKWS abgeschaltet werden, so seien diese gewaltig auf dem Holzweg – die Gefahr, die von solchen AKW ausgehe, werde als Erbe erhalten bleiben.

Da die Gegner des WSKW in der Eifel damit argumentierten, das dass Fraunhofer Institut in einer Studie behauptet habe, WSKW würden sich nicht mehr lohnen – so sei diese Aussage einfach falsch. Eine solche Aussage sei nie gemacht worden. Und weiter zum umstrittenen Erdkabel: Das geplante Erdkabel stelle die beste und umweltfreundlichste Methode dar, die Stromanbindung zum Pumpspeicherkraftwerk herzustellen. Es sei vermutlich die allerteuerste, aber das sei Sache von Trianel. Wenn die bereit seien, für die beste Technik viel Geld zu bezahlen, „so ist das nur richtig“. Selbstverständlich sei so ein Erdkabel sehr sicher. „Eine unsichere Technik würde in Deutschland auch gar nicht genehmigt.“

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert