Wasser soll aus dem Rhein nach Hambach geleitet werden

Von: oha
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Niederzier. Die Landschaft rund um Niederzier wird sich in den kommenden 50 Jahren durch den Braunkohlentagebau gravierend verändern. Nachdem schon jetzt mit der Sophienhöhe ein „Berg” geschaffen wurde, werden rund um die Gemeinde gleich zwei riesige Seen entstehen.

Wie diese Gewässer das Leben in der Region verändern werden, erfuhren die Mitglieder des Bauausschusses jetzt aus erster Hand. Experten von RWE und Indeland GmbH zeichneten ihre Visionen an die Wand.

Anlass der Vorträge war der 3. Rahmenbetriebsplan für den Tagebau Hambach, der den Kohleabbau bis zum Jahr 2030 mit allen Auswirkungen regelt. Dieser Plan ist derzeit im Niederzierer Rathaus ausgelegt und kann von jedermann bis zum 15. Februar eingesehen werden. Ohnehin beteiligt an den Planungen werden rund 1200 Grundeigentümer, die noch Land auf dem Areal besitzen.

Einwendungen gegen den Plan können noch bis zwei Wochen nach Auslegungsfrist vorgebracht werden. Aber Vorsicht: Der Plan umfasst elf Aktenordner!

Wie berichtet, wird auf die Verfüllung des Tagebaues Inden mit Erde aus dem benachbarten Tagebau Hambach verzichtet, stattdessen soll dort ein großer „Indesee” enstehen. Nur wenige Kilometer von Niederzier entfernt. Im Tagebau Hambach stellt sich die Frage nach der Befüllung mit Ackerboden nicht. Es gibt am Ende schlicht keine Erde mehr, um das Loch, das durch die heraus gebaggerte Kohle entstanden ist, zu füllen.

Im Tagebau Hambach wird eine knapp 40 Quadratkilometer große Wasserfläche entstehen. Der See wird damit hinter dem Ammersee in Bayern der siebtgrößte See in Deutschland sein. Das Gewässer soll etwa 330 Meter tief werden und rund 5,8 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. 270 Millionen Kubikmeter Wasser sollen aus dem Rhein nach Hambach geleitet werden, der Rest ist Grundwasser. Die Befüllung werde mindestens 40 Jahre dauern, rechnete Dr. Markus Kosma, Leiter der Tagebauplanung bei der RWE Power AG, im Ausschuss vor. „Die Böschungen sind standsicher”, versicherte Dr. Kosma, mit Blick auf das Unglück in Nachterstedt, wo Ufer und Häuser in einen See rutschten. Entsprechende Untersuchungen hätten bereits stattgefunden.

Doch zunächst wird in Hambach noch Kohle gefördert. Im Jahre 2030 habe man die unterste Sohle im Tagebau in einer Tiefe von 450 Metern erreicht, so Dr. Kosma. Für den Tagebau sei ein Kohlevorkommen von 2,5 Milliarden Tonnen berechnet worden. Dr. Kosma: „1,6 Millionen Tonnen sind noch drin.” Zwischen 40 und 45 Millionen Tonnen fördere RWE hier jährlich.

Dr. Kosma erläuterte ferner die Vorkehrungen zum Schutz der Bechsteinfledermaus. Bergschäden und die Grenzwerte bezüglich Lärm waren weitere Themen. Nachdem zwischen den Jahren 2006 und 2009 die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung eingehalten wurden, seien die erlaubten Höchstwerte 2010 häufiger als zulässig überschritten worden.

Deshalb werde, so Dr. Kosma, derzeit ein Luftreinhalteplan erarbeitet, der Ende des Jahres in Kraft treten wird.
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