Düren - Was tun gegen hohe Belastung in der Innenstadt?

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Was tun gegen hohe Belastung in der Innenstadt?

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Wenn es nach den Grünen ginge, dürften bald nur noch Autos mit einer Umweltplakette in die Stadt fahren. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wer zur Hauptverkehrszeit gegen 16 Uhr zu Fuß den Friedrich-Ebert-Platz in Düren ansteuert, sollte möglichst nicht zu tief einatmen. Pkw und Lkw drängen in nicht enden wollenden Schlangen von allen Seiten auf den Platz, vor allem Lkw pusten Feinstaub, Ruß und das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) in die Luft. Um die Luft in Düren möglichst rasch sauberer zu machen, haben die Grünen diese Woche die Einrichtung einer Umweltzone gefordert.

Demnach dürften nur Pkw und Lkw in die Stadt fahren, die eine grüne Umweltplakette an ihrer Windschutzscheibe haben. Ist das die Lösung?

Fest steht: Nach den Messungen des Landesumweltamtes wurde der zulässige NO2-Wert auf der Achse Schoeller-Straße/Euskirchener Straße öfter als erlaubt überschritten. Stickstoffdioxid wird vom Menschen über die Atmung aufgenommen. Schon bei Gesunden können höhere Dosen des Reizgases zu einer Einschränkung der Lungenfunktion führen. Nun muss die Stadt Düren der Bezirksregierung in Köln bis Ende September einen Luftreinhalteplan vorlegen. Geschieht dies nicht, können Anwohner besagter Straßen wegen ihrer Gesundheitsgefährdung vor Gericht ziehen. Außerdem droht sonst ein Strafverfahren seitens der Europäischen Union.

„Offen gegenüber dem Vorschlag, Düren zur Umweltzone zu machen”, zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende, Henner Schmidt. „Wir müssen die Anwohner der Hauptverkehrsstraßen ja schützen. Der Handlungsbedarf ist offenkundig.” Die Umweltzone sei auf diesem Weg ein Instrument von mehreren.

Weniger optimistisch äußerte sich CDU-Sprecher Stefan Weschke: „Die Erfahrungen anderer Städte haben gezeigt, dass die Umweltzone die Luftqualität nur marginal verbessert.” (siehe Info-Kasten) Auch die Ausweitung der Maut auf Nebenstrecken werde Düren nicht viel helfen. Schließlich kämen viele Lkw-Fahrer bewusst nach Düren, um die hier ansässigen Industrieunternehmen anzusteuern. Der so genannte „Quell- und Zielverkehr” eben. Weschke: „Was wir dringend brauchen, ist die Umgehungsstraße B 56n!”

Bürgermeister Paul Larue hält von einer Umweltzone für Düren „überhaupt nichts”. Hier werde die falsche Priorität gesetzt. Das Problem, dass eine viel befahrene Bundesstraße quer durch die Stadt führe, werde nur durch den Bau der Ostumgehung B 56n gelöst. Larue: „Das ist unsere entscheidende Luftreinhaltemaßnahme!” Die zugleich auch den Verkehrslärm in Düren reduziere. Jetzt mit Alternativvorschlägen zu kommen, sei im fast vier Jahrzehnte dauernden Kampf um die Umgehungsstraße nicht hilfreich. Um das zuständige Ministerium in Berlin unter Druck zu setzen, müssten sich vielmehr alle Bürger in dem Ziel einig sein: „Wir wollen unsere Ostumgehung haben!”
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