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Was haben Karneval und Politik gemeinsam?

Von: Sandra Kinkel
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Freuen sich auf die neunte Auflage der Närrischen Akademie: Dr. Marcus Leifeld, der die Rolle des „Lehrer Welsch“ übernimmt sowie Bernd Bezani und Professor Dr. Herbert Schmidt (von links) von den „Närrischen Nord-Dürenern“. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Bei Semester 17 und 18 der Närrischen Akademie, die Professor Herbert Schmidt gemeinsam mit „seiner“ Karnevalsgesellschaft den „Närrischen Nord-Dürenern“ vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen hat, wird‘s diesmal politisch. „Karneval und Politik“ ist die ernsthafte, deswegen aber nicht minder launige Veranstaltung überschrieben, als „Lehrer Welsch“ konnte Dr. Marcus Leifeld aus Köln gewonnen werden. Und der ist in Sachen „Karneval und Politik“ ein echter Experte.

Vor wenigen Wochen erst hat der gebürtige Westfale, der in Bonn Kunst und Kunstgeschichte studiert hat, seine Promotionsurkunde bekommen. Seine Doktorarbeit hat er zum Thema „Der Kölner Karneval in der Zeit des Nationalsozialismus“ geschrieben.

Bei seiner närrischen Vorlesung in Düren wird es aber nicht nur um die Jahre 1933 bis 1945 gehen, Dr. Leifeld möchte vielmehr einen Abriss über 800 Jahre Karneval geben. „Im Vergleich zum Mainzer Karneval“, sagt Marcus Leifeld, der nach eigenen Angaben „aus Überzeugung“ Mitglied bei den Roten Funken in der Domstadt ist, „ist der Kölner Karneval natürlich deutlich weniger politisch. Politisch ist er aber durchaus.“ Marcus Leifeld muss es wissen. Der 44-Jährige war der erste wissenschaftliche Mitarbeiter einer Kölner Karnevalsgesellschaft, er hat acht große Karnevalsvereine betreut und deren Archive genaustens unter die Lupe genommen.

„Nehmen Sie nur die Roten Funken“, so Leifeld. „Deren ‚Stippeföttche‘ sind beispielsweise eine hochpolitische und brisante Sache gewesen, weil sie eine Persiflage auf das preußische Militär waren.“ Karneval, so Leifeld, sei eine Zeit lang ein Ventil gewesen, mit dem die Menschen ihren aufgestauten Ärger über die Obrigkeit hätten loswerden können. „Und auch heute noch“, so der Historiker, „hat ja der Kölner Rosenmontagszug mindestens zehn Motivwagen, die natürlich einen aktuellen politischen Bezug haben.“

Abgerundet wird Leifelds Vorlesung mit Musik von Philipp Oebel. Der junge Künstler singt längst noch nicht vergessene Lieder und Krätzjer, unter anderem von Willi Ostermann, Karl Berbuer und Jupp Schmitz.

„Das Thema Karneval und Politik“, so Professor Dr. Herbert Schmidt, Initiator der Närrischen Akademie, „lag mir schon lange am Herzen, und ich wollte es unbedingt einmal aufgreifen. Ich denke, mit Marcus Leifeld haben wir einen hervorragenden Lehrer Welsch gefunden. Ich freue mich auf Semester 17 und 18 der Närrischen Akademie.“

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