Warum die Rölsdorfer Schützen keine Frauen wollen

Von: kin
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Düren. „Mit Frauenfeindlichkeit hat das nichts zu tun. Nur mit Tradition.” Klare Worte von Andreas Stollenwerk, bis zum Wochenende erster Vorsitzender der Schützenbruderschaft „Constantia” in Rölsdorf.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung hatten die Rölsdorfer Schützen darüber zu entscheiden, ob die „Constantia” demnächst weibliche Mitglieder haben soll.

40 Männer nahmen an der Abstimmung teil, 24 waren gegen Frauen als Mitglieder der Bruderschaft - zu wenig für die laut Satzung notwendig Zweidrittelmehrheit. „Das hat mit unserer Geschichte zu tun”, erklärt Andreas Stollenwerk, der aus privaten Gründen nicht mehr für den Vereinsvorsitz kandidiert hat. „Als die Bruderschaft gegründet worden ist, taten Männer den Dienst an der Waffe. Und Frauen waren für die Versorgung der Familie zuständig.”

Frank Aldenhoven gehörte zu denen, die für eine Aufnahme von Frauen gewesen sind. „Wir haben Nachwuchssorgen”, so Aldenhoven. „Die Mitgliederzahlen sinken. Aus den eigenen Reihen kommt kaum Nachwuchs, weil unsere Mitglieder zum Großteil Töchter haben.” Dabei, so Aldenhoven, seien Mädchen und Frauen gute Schützinnen.

„Viele Frauen empfinden das als Diskriminierung”, so Aldenhoven. „Und es ist ja den Frauen bei uns auch verwehrt, Schützenkönigin zu werden. England hat schon seit vielen, vielen Jahren eine Königin. Warum nicht Rölsdorf?”

Ob der Antrag zur Aufnahme von Frauen in die Bruderschaft noch einmal gestellt wird, vermochte Frank Aldenhoven am Montag noch nicht sagen. „Wir haben bei der Jahreshauptversammlung eine faire Diskussion geführt. Die Entscheidung ist demokratisch gefallen. Ich befürchte, dass sie irgendwann das Aus unserer Bruderschaft bedeutet.”

Nur eine von drei Bruderschaften

Für Andreas Stollenwerk ist das kein Argument. „Wenn die Constantia so nicht mehr existieren kann, müssen wir einen neuen Verein gründen.” Im Bezirksverband Düren-Nord ist die „Constantia” die einzige Gesellschaft, die keine Frauen zulässt, im Diözesanverband Aachen eine von drei Bruderschaften, die nur Männer haben will.

„Die Constantia ist autark”, so Bezirksbrudermeister Josef Mohr. „Ich respektiere die Entscheidung, aber ich akzeptiere sie nicht. Für mich bedeutet Tradition auch Verpflichtung zur Fortentwicklung.”
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