Wann wird es denn endlich mal Frühling?

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
5283172.jpg
Gartencenter-Betreiber Lutz Schaar im Blütenmeer. Seine Primeln und die anderen Frühblüher warten auf Blumenfreunde. Foto: Dietmar Engels
5283166.jpg
Spargel kann Hubert Hintzen zwar anbieten – aber nur welchen aus Griechenland oder Spanien. Foto: Dietmar Engels

Düren. Unter dem ungewöhnlich langen Winter haben insbesondere Menschen zu leiden, die schon von Berufs wegen auf eine erträgliche Witterung angewiesen. Insbesondere die Landwirtschaft ist betroffen, aber auch die Außengastronomie und Gärtnereien.

Wer – wie um diese Zeit – normalerweise üblich – den ersten Spargel genießen will, muss mit Importen aus Griechenland oder Spanien vorlieb nehmen. Die Stangen sind aber eher mickrig und sehr teuer (8 bis 10 Euro) pro Kilo.

Heimischen Spargel wird es vermutlich erst in ein paar Wochen geben. Heiner Lövenich, der in Gürzenich einen Spargelhof betreibt: „Für die Pflanzen ist es noch immer viel zu kalt. Sie beginnen erst auszutreiben, wenn das Erdreich in Wurzeltiefe sieben Grad oder mehr warm ist. Die wenigen Sonnenstunden in den letzten Tagen haben bei weitem nicht ausgereicht, um den ‚Winterschlaf‘ der Pflanzen zu beenden.“

Selbst die Abdeckung der Spargelreihen mit schwarzer Folie hilft da (noch) nicht. Lövenich: „Dazu ist das Erdreich an der Oberfläche noch viel zu feucht.“ Der Fachmann wagt keine Prognose hinsichtlich des Wachstumsstarts: „Dazu muss es schon ein paar Tage hintereinander frühlingshaft sein, und dann kann alles sehr schnell gehen.“

Erdbeeren erst im Mai

Erdbeeren baut der Gürzenicher Landwirt ebenfalls an. „Die Pflanzen, die mit Tunneln geschützt sind, wachsen schon ganz gut. Im Freiland tut sich aber noch gar nichts“, so Lövenich. Bis zum Mai werde es vermutlich noch dauern, bis die ersten Erdbeeren geerntet werden könnten.

Hubertz Hintzen, der auf dem Dürener Wochenmarkt in erster Linie Gemüse aus eigenem Anbau verkauft: „Das ist schon eine außergewöhnliche Situation: Wir haben Anfang April und es kann nichts gesetzt werden, weil der Boden immer noch gefroren ist. Das gilt auch für unbeheizte Gewächshäuser.“ Alle Kohlsorten, Salat, Radieschen, Rettiche, Spinat und Kräuter, die in normalen Jahren längst im Erdreich seien, „sind immer noch in Wartestellung“.

Ein kleiner Trost für Hubert Hintzen und Heiner Lövenich: „Es trifft alle Erzeuger gleichermaßen. Die Landwirtschaft ist halt den Witterungsbedingungen ausgeliefert. Da kann man nichts machen.“ Auch Roland Lenzen, der auf dem Wochenmarkt Blumen und Zierpflanzen verkauft: „So einen langen Winter wie jetzt habe ich noch nie erlebt.“ Der Händler kann von Glück sagen, dass er nicht selbst produziert, sondern seine Ware nach Bedarf einkauft. Viele Gartenbaubetriebe haben Absatzschwierigkeiten. Die Treibhäuser sind noch mit Frühlingsblumen gefüllt, während jetzt eigentlich schon die Sommerblumen an der Reihe wären.

Glück gehabt...

Lutz Schaar, Seniorchef des vor kurzem eröffneten neuen Gartencenters in Stockheim, ist zwar Selbsterzeuger, kann aber aufatmen: „Wegen der neuen Filiale konnte wir die gesamte Produktion unterbringen. Ich weiß von vielen Kollegen aus der Branche, dass große Teile der Produktion vernichtet werden mussten, um Platz für die Sommerware zu schaffen.“ In der letzten Zeit seien vor allem Zimmerpflanzen nachgefragt worden: „Die Menschen sehnen sich nach dem Frühling und wollen deshalb wenigstens in der Wohnung etwas blühen sehen“.

Sehnlichst auf den Frühling warten auch die Gastronomen, die vor ihren Geschäften Stühle und Tische aufgestellt haben. Nur wenn – wie etwa am Dienstag – für ein paar Stunden die Sonne scheint, herrscht keine gähnende Leere. Viele Betriebe versorgen dann die wenigen Gäste unter freiem Himmel mit Decken und gegebenenfalls auch Heizstrahlern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert